epa/Omer Messinger

"Egal, was aus Merz wird"

17.4.2019 13:17 Uhr

Die Koalition zwischen CDU und SPD soll laut dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU), bis zum Ende der Wahlperiode bestehen bleiben. Günther sagte der "Welt", die Debatte, ob CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer schon bald das Kanzleramt übernehmen solle, bringe die Union nicht weiter.

"Dazu bräuchte es die Stimmen der SPD, die sehe ich nicht. Wir haben eine Koalition, wir haben eine Kanzlerin, die erfolgreich arbeitet, und insofern ist es klug, die Legislaturperiode mit Angela Merkel zu Ende zu führen", sagte der CDU-Politiker der Zeitung.

CDU muss Wirtschaftsprofil stärken

Günther verlangte, die CDU müsse dringend ihr Wirtschaftsprofil stärken. Allerdings schloss er sich ausdrücklich nicht dem Wunsch einiger Parteifreunde an, dass der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz neuer Wirtschaftsminister werden müsse. "Ich gehöre nicht zu denen, denen besonders wichtig ist, was aus Friedrich Merz wird." Allerdings vermissten viele Mittelständler schon seit Jahren einen klaren wirtschaftlichen Kurs. "Wir haben da eine offene Flanke. Die muss dringend geschlossen werden."

Der Ministerpräsident, der in Kiel mit einer Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen regiert, hält ein Bündnis mit den Grünen auch auf Bundesebene weiter für erstrebenswert. "Ich regiere ja zusammen mit den Grünen, und da kann ich nur sagen, dass diese Zusammenarbeit hervorragend funktioniert, insbesondere im Paket mit der FDP." Er halte eine solche Zusammenarbeit auf allen politischen Ebenen für denkbar.

(an/dpa)