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"Damen-Schloss" Chenonceau durch Trockenheit bedroht

19.4.2019 0:24 Uhr

Grazil erstreckt sich das Loire-Schloss Chenonceau über den Fluss Cher - doch der führt anstatt die üblichen 1,20 Meter Wasser gerade einmal 30 cm - und bedroht durch die Trockenheit das Fundament.

Der ungewöhnlich niedrige Pegel des Flusses Cher sei eine Gefahr für das Fundament des Renaissance-Schlosses, teilte die Präfektur des Départements Indre-et-Loire am Donnerstag mit. Ein Teil der Bögen von Chenonceau sei auf Holzpfählen errichtet worden, sagte die Sprecherin des Schlosses, Caroline Darrasse, der Nachrichtenagentur AFP. Befänden sich die Pfähle zu lange außerhalb des Wassers, greife dies ihre Struktur an.

Sonderflutung, um Wasserstand anzuheben

Mit einer Sondergenehmigung ordnete die Präfektur daher die sofortige Öffnung eines anderthalb Kilometer flussaufwärts gelegenen Nadelwehrs an. So soll der Wasserstand des Cher, eines Nebenflusses der Loire, angehoben werden. Der Pegel war stellenweise auf rund 30 Zentimeter gesunken. Normal für diese Jahreszeit wären 1,20 Meter. Chenonceau, auch das "Damen-Schloss" genannt, ist eine beliebte Sehenswürdigkeit. Es wurde Anfang des 16. Jahrhunderts unweit von Tours errichtet und schlägt mit seiner grazilen Bauweise quer über den Cher noch immer die Besucher in seinen Bann.

(be/afp)