epa/Armando Barbani

"Bad Bank" für Milliardenverluste geplant

17.6.2019 16:25 Uhr

Beim geplanten Konzernumbau will die Deutsche Bank Risiken bei Wertpapieren in Milliardenhöhe loswerden. Dabei sollten vor allem lang laufende Derivate, die zuletzt kaum Ertrag abgeworfen haben, im Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro in eine interne Abwicklungseinheit ("Bad Bank") ausgelagert oder verkauft werden, berichtete die "Financial Times" am späten Sonntagabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Ende März hatte die Bank in der Bilanz den Marktwert ihrer Derivate auf 331 Milliarden Euro beziffert - die gesamte Bilanzsumme der Bank belief sich auf 1,44 Billionen Euro. Sollte die Deutsche Bank also 50 Milliarden Euro an Derivaten intern abwickeln oder verkaufen, würde das zwar Risiken minimieren - der Effekt wäre aber nicht allzu hoch.

Noch keine Stellungnahme der Deutschen

Die Bank selbst wollte den Bericht nicht konkret kommentieren, sondern verwies auf frühere Aussagen: "Auf der Hauptversammlung im Mai haben wir angekündigt, dass wir zusätzliche Maßnahmen ergreifen werden, um unsere Transformation zu beschleunigen und die Profitabilität nachhaltig zu steigern. Wir werden Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und die Öffentlichkeit so bald wie möglich über die Ergebnisse informieren."

Experten gehen davon aus, dass Bankchef Christian Sewing bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am 24. Juli seine Pläne für den dringend benötigten forcierten Umbau der Bank vorlegen wird.

(an/dpa)

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