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"Allianz der Multilateristen"

29.4.2019 19:41 Uhr

In Brasilien hat der deutsche Außenminister Heiko Maas vor wachsendem Populismus und Nationalismus gewarnt. "Wir erleben derzeit gefährliche Rückschritte", sagte er am Montag in der Küstenmetropole Salvador da Bahia bei der Gründung eines deutsch-lateinamerikanischen Netzwerks für Frauenrechte.

"Populismus und Nationalismus sind weltweit auf dem Vormarsch. Und über Jahrzehnte erkämpfte Errungenschaften werden heute nicht mehr nur diskutiert, sondern sie werden teilweise sogar infrage gestellt."

Erster Regierungsvertreter eines EU-Landes

Brasilien hat im vergangenen Herbst den Rechtspopulisten Jair Bolsonaro zum Präsidenten gewählt, der ähnlich wie US-Präsident Donald Trump nationale Interessen vor internationale Abkommen und Institutionen stellt. Maas will solchen Tendenzen eine "Allianz der Multilateralisten" entgegensetzen und sucht dafür auch in Lateinamerika Verbündete. "Wir werden kämpfen müssen, um den Fortschritt am Leben zu halten – in Deutschland, in Lateinamerika und weltweit. Und für diesen Kampf brauchen wir Verbündete", sagte der SPD-Politiker.

Maas trifft Bolsonaro am Dienstag als erster Regierungsvertreter eines EU-Landes seit dem Amtsantritt des Präsidenten am 1. Januar. US-Präsident Donald Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gehörten bislang zu den prominentesten Gesprächspartnern des neuen Staatschefs.

Der Bundesaußenminister begann seinen zweitägigen Aufenthalt im größten Land Lateinamerikas in der afro-brasilianisch geprägten Metropole Salvador an der Atlantik-Küste. An der Auftaktveranstaltung für das Frauennetzwerk Unidas (Vereint) nahm auch die Schauspielerin Sibel Kekilli teil, die zusammen mit Maas aus Deutschland anreiste. Das Netzwerk soll Initiativen für Frauenrechte in Lateinamerika und Deutschland zusammenbringen. Der Außenminister will auch auf den weiteren Stationen seiner Lateinamerika-Reise, in Kolumbien und Mexiko, dafür werben.

(an/dpa)