epa/Clemens Bilan

"Alan Kurdi" spiele weiter "Wassertaxi"

9.7.2019 18:20 Uhr

Nicht nur die Aufnahme aus Seenot geretteten Migranten in Deutschland lehnt die AfD ab, sondern hält auch nichts von einer Verteilung der im Mittelmeer geretteten Menschen auf die EU-Staaten. "Die "Alan Kurdi" spielt weiter Wassertaxi und erpresst damit die EU", erklärte die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel am Dienstag. Europa dürfe sich nicht von Nichtregierungsorganisationen erpressen lassen.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye hatte am Montag vor Libyen 44 Migranten aus Seenot gerettet. Erst am Sonntag hatte die Organisation Bootsmigranten nach Malta gebracht.

"Verquerer Gedanke" der Umverteilung

Der Bundestagsabgeordnete Petr Bystron, der für die AfD im Auswärtigen Ausschuss sitzt, sagte, es sei nicht überraschend, dass der "verquere Gedanke" einer Umverteilung von Migranten in ganz Europa nun gescheitert sei. "Weder wollen die Migranten verteilt werden, noch wollen die meisten europäischen Länder sie haben", fügte er hinzu. Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nun eine "Koalition der Willigen" für die Aufnahme dieser Menschen bilden wolle, könne die Tatsache nicht verschleiern, dass Deutschland weiterhin "die Hauptlast der Migrationskrise" tragen werde.

Die AfD unterstützt in der Migrationspolitik den harten Kurs des italienischen Innenministers Matteo Salvini. Sie ist zudem der Meinung, Gerettete sollten nach Nordafrika zurückgebracht werden.

(an/dpa)