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​Wegen Emote - "Carlton Banks" klagt gegen Fortnite

19.12.2018 17:15 Uhr, von Chris Ehrhardt

Fortnite ist in, Fortnite ist hot, Fortnite macht Fun. Etwas, was die Serie "Der Prinz von Bel-Air", Originaltitel "The Fresh Prince of Bel-Air" (1990-1996), heute nicht mehr von sich sagen kann. Und doch schafft es einer der Hauptcharaktere der Sitcom, Alfonso Ribeiro, mehr als 20 Jahre nach Serienende in die Schlagzeilen. Als Schauspieler mit einer neuen Rolle? Nein! Wegen seines Tanzes "Carlton Dance", den er selbst entwickelt haben will und für dessen "Diebstahl" er jetzt EpicGames, die Macher von Fortnite, verklagen will.

Es scheint en vogue zu sein, EpicGames wegen des Spiels Fortnite zu verklagen. Vor rund zwei Wochen reichte der Rapper "2 Milly" bereits Klage gegen Epic und Fortnite ein, weil die Macher ihm seinen "Tanz" gestohlen hätten und ihn als Emote die User verkaufen. Immerhin hat Fortnite eine dreistellige Millionenzahl an Spielern. Auch "Scrubs" Darsteller Donald Faison aka "Dr. Christopher Duncan Turk" monierte schon, dass er von Epic mit einem Move (Turk Dance) via Emote verewigt wurde - ohne Kompensationszahlung oder Erlaubnis. Nun zieht der Schauspieler Alfonso Ribeiro, der den Carlton Bank in "Der Prinz von Bel-Air" an der Seite von Will Smith spielte, mit einer Klage nach.

"Carlton Dance" und "Fresh Emote" identisch

Dass der Emote im Spiel Fortnite – im Englischen heißt er "Fresh", im Deutschen sogar "Bel-Air" – identisch mit dem Carlton Dance aus der Sitcom ist, kann man eher nicht bestreiten. Und dass Alfonso Ribeiro als Carlton den Tanz wahrscheinlich erstmals den Move via TV einer breiten Masse zugängig machte, sollte auch unstrittig sein. Darüber hinaus behauptet "Carlton", wie das US-Portal "TMZ" berichtet, er sei dabei, sich den Tanzstil urheberrechtlich zu schützen. Was dann bisher wohl eher nicht geschehen ist.

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Wie der Anwalt von "Carlton", David Hecht von Pierce Bainbridge Beck Price & Hecht LLP, dem Portal sagte, sei es bekannt, dass der Move "geistiges Eigentum" von Ribeiro sei. Dieses Eigentum sei von EpicGames gestohlen worden – für Fortnite, das derzeit populärste Game der Welt. Unter anderem mit dem Emote "Fresh" von Carlton, den man für 800 V-bucks (8 Euro) im Game-Store käuflich erwerben kann, habe das Unternehmen Rekordgewinne erzielt. EpicGames, so Hecht, habe es schlicht versäumt, sich die Erlaubnis von "Carlton" zur Verwendung seines "ikonischen" geistigen Eigentums zu holen und ihn "angemessen" für die Nutzung des Tanz-Moves zu entschädigen. Das soll nun durch einen Gerichtsentscheid – oder eine außergerichtliche Einigung – nachgeholt werden.

Was sagt das Gesetz in den USA zum "Move-Diebstahl"?

Doch wie stehen die Chancen von Carlton, 2 Milly, Dr. Turk und weiterer Rapper, deren Steps und Moves von Epic wohl ins Game "implementiert" wurden? Was sagt das amerikanische Recht? Shanti Sadtler Conway, eine Expertin auf dem Gebiet des Copyright-Rechts, macht den Klägern wenig Hoffnungen. Das US-amerikanische Copyright-Gesetz schützt keine einzelnen Moves oder Schritte, sondern nur vollständige Choreographien. Dafür braucht es aber mehr als nur ein oder zwei signifikante Schritte oder Moves. Die US-Gerichte haben in dieser Hinsicht wohl schon sehr eindeutig entschieden, wenn es um Einzelschrittabfolgen ging. Die Gerichte in den USA verglichen es damit, dass zum Beispiel ein Sänger A den Sänger B nicht darin hindern könne, einzelne Wörter zu benutzen. Entsprechend könne auch ein Choreograph einen anderen Choreographen nicht daran hindern, einzelne Schrittfolgen "zu adaptieren". Das bedeutet, die Klagen haben nach Expertenmeinung eher weniger Aussicht auf Erfolg.

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