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​Wandern an der türkischen Riviera: Der Lykische Weg in Westanatolien

21.2.2019 17:46 Uhr

So schön die Strände der türkischen Riviera auch sind, manch einer wird der Spaziergänge im Sand doch ein bisschen überdrüssig. Abwechslung im Badeurlaub oder auch eine Alternative dazu bietet der Lykische Weg – LikyaYolu.

Der Lykische Weg ist eine echte Besonderheit in der Türkei, die nicht gerade für ihren Wandertourismus bekannt ist. Möglichkeiten gibt es zwar viele, allerdings sind die meisten Routen nicht erschlossen. Anders der Lykische Weg, der sich auf 509 Kilometern erstreckt. Seinen Anfang nimmt er in der Nähe des Küstenortes Fethiye, an der Straße von Ovaçık nach Ölü Deniz, bis kurz vor Antalya.

Der Fernwanderweg entstand auf Initiative der Engländerin Kate Clow, die als Computer-Verkäuferin im Jahr 1989 in die Türkei kam. Als passionierte Wanderin erkundete sie in ihrer Freizeit die Natur, wobei sie auf entlegene alte griechische und römische Straßen stieß. Über Monate hinweg dokumentierte sie die antiken Transportwege, zeichnete Karten und verband die einzelnen Stationen durch Pfade. Den Namen "Lykischer Weg" gab sie ihrem Fernwanderpfad in Anlehnung an die Lykier, welche die Küste in der Antike besiedelt hatten. 1999 wurde der Lykische Weg vom türkischen Kultusministerium als Wanderweg genehmigt.

imago/Westend61

Geführte Tour oder auf eigene Faust

Will man den Wanderweg auf ganzer Strecke erkunden, braucht man drei Wochen. Alternativ kann man sich einen besonders lohnenden Streckenabschnitt aussuchen und lediglich zwei oder eine Woche bzw. ein paar Tage zum Schnuppern wandern. Es gibt Agenturen, die geführte Touren anbieten. Wer unabhängig sein möchte, kann sich ebenso gut allein auf den Weg machen. Für die Übernachtung bietet sich das Zelt an – die Stellen zum Aufschlagen sind zahlreich.

imago/Steffen Schellhorn

In den Ortschaften entlang der Strecke gibt es inzwischen auch Pensionen bzw. sogenannte "Village Hotels", die zwar alles andere als luxuriös, aber zweckdienlich und sauber sind. Herzliche Gastfreundschaft darf man auf dem Lykischen Weg überall erwarten und sich gern als Teil der Familie bewirtet fühlen. Eine Buchung über Reisebüros oder Hotelportale ist in abgelegenen Orten allerdings kaum möglich. Viele der Unterkünfte können nur telefonisch erreicht werden. Der aktuelle Gastgeber hilft meist gern weiter.

Tipps für die Wanderung

Das in der Sonne oder dem Mondlicht glitzernde Meer hat man auf dem Lykischen Weg fast immer im Blick; die Strecke windet sich oberhalb der Küstenlinie durch das Taurusgebirge, führt aber auch hinab in schattige Wälder und idyllische Täler, entlang Ruinen aus längst vergangenen Zeiten und malerischer Häfen.

Eine besonders schöne, wenn mit acht bis neun Stunden auch recht lange Wanderstrecke zieht sich vom am Meer gelegenen Dorf Kaleköy, das auf den Ruinen einer antiken Stadt steht, bis nach Adrasan. Von hier aus hat man einen zauberhaften Ausblick auf fünf vorgelagerte Inseln an einem alten Leuchtturm.


imago/Westend61

Das Wetter hat natürlich einen großen Einfluss auf den Spaß bei der Wanderung. Wer es weder zu heiß noch zu nass mag, sollte den Lykischen Weg zwischen März und Mai erkunden. Auch ist die Natur zu dieser Zeit aufgrund der Blütestände besonders schön. Im April besteht hin und wieder die Gefahr, von einem Gewitter überrascht zu werden. Im Oktober und November ist das Wetter ähnlich wandertauglich, allerdings sind raschere Wetterwechsel und schwere Gewitter möglich.

Bei der Planung der Wanderung auf dem Lykischen Weg sollte man sich gut über die einzelnen Streckenabschnitte informieren, nicht nur um Sehenswürdigkeiten zu verpassen, sondern auch, um Unterkünfte zu finden und zu wissen, wo Zisternen und Quellen sind, an denen man seinen Wasservorrat auffüllen kann.

(jk)