Hürriyet Daily News

​Präsident Erdogan führt Krieg gegen den "Lebensmittelpreis-Terrorismus"

12.2.2019 14:17 Uhr

Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die jüngsten und überhöhten Preisanpassungen bei Obst und Gemüse in der Türkei als als "Nahrungsmittel-Terrorismus" eingestuft. Er erklärte, dass die am 11. Februar von mehreren Kommunen im ganzen Land gestarteten Verkäufe von Obst und Gemüse zu Marktregulierungen bei den Preisen führen würden.

"In den letzten Tagen haben sie angefangen, ein Spiel mit der Türkei zu spielen. Die Preise für Auberginen, Tomaten, Kartoffeln und Gurken sind explodiert. Das war eine terroristische Attacke", sagte Präsident Erdogan bei der Eröffnungszeremonie mehrerer Projekte in Ankara. Er verglich den Kampf der Regierung gegen die Erhöhung der Lebensmittelpreise mit dem Kampf gegen den Terrorismus und brandmarkte den Anstieg der Lebensmittelpreise als "Spiele gegen die Türkei". "Wir werden ihnen nicht zulassen, diesen Terror zu verbreiten", fügte er hinzu.

Die türkische Regierung verspricht Maßnahmen zur Senkung der Lebensmittelpreise

Der Präsident sagte, die Regierung habe Maßnahmen gegen die Hintermänner des "Nahrungsmittel-Terrorismus" ergriffen – und das in exakt der Art, wie sie bei "Terror-Höhlen" in den Bergen Cudi, Gabar und Tendürek im Osten der Türkei gegen die illegale PKK vorgegangen wären. Man werde den Verkauf von billigerem Obst und Gemüse direkt an die Verbraucher durch die Kommunen anstoßen. Diese Maßnahme werde dazu führen, dass die Preise werden fast um die Hälfte gesenkt würden, sagte der Präsident weiter.

Doch dabei soll es nicht bleiben. Die Regierung werde die gleichen Maßnahmen auch beim Verkauf von Reinigungsprodukten vornehmen, teilte Präsident Erdogan den Zuhörern mit. Einige Stadtbezirke in Istanbul und Ankara hätten schon damit angefangen, billigeres Obst und Gemüse direkt an die Verbraucher zu verkaufen, um die Preise nachhaltig zu senken. Am ersten Tag der kommunalen Verkaufsaktion hätten sich bereits lange Warteschlangen vor den Verkaufsständen gebildet.

Es ist geplant, 50 Verkaufsstellen in Istanbul und 15 in Ankara zu realisieren. Bei Bedarf auch mehr. Nach Angaben des türkischen statistischen Instituts (TÜİK) werden Zwiebeln, deren Durchschnittspreis im Januar 4,90 türkische Lira pro Kilogramm betrug, von der Gemeinde Ankara ab dem 11. Februar für 2 Lira je Kilogramm verkauft.

Quelle: Hürriyet Daily News

Lebensmittelpreise sind in der Türkei rasant angestiegen

Nach neuesten offiziellen Angaben stiegen die Lebensmittelpreise im Januar um 6,43 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die jährliche Steigerungsrate im Lebensmittelbereich lag bei 30,7 Prozent. Im vergangenen Monat stiegen die Preise für Frischgemüse und Obst monatlich um 29,7 Prozent, während der jährliche Preisanstieg bei dieser Produktgruppe rund 64 Prozent ausmachte.

"Im Januar erreichte die Inflationsrate bei Nahrungsmitteln ein 20-Jahres-Hoch. Wenn jedoch die Inflation der Nahrungsmittel tatsächlich so gewesen wäre wie im Dezember, wäre die Gesamtinflation realiter um 0,43 Prozent pro Monat gesunken und die jährliche Inflationsrate hätte rund 18,85 Prozent betragen", stellte Finanzminister Berat Albayrak letzte Woche fest.

Profitstreben inakzeptabel

"Selbstsüchtiges Verhalten ist inakzeptabel. Die neuesten Informationen deuten darauf hin, dass in Bezug auf die Gemüsepreise etwas Verblüffendes geschehen ist. Wir werden die notwendigen Maßnahmen ergreifen. Unsere Bürger werden sehen, dass jedes Problem gelöst werden kann, sobald sich der Staat einschaltet." Albayrak kündigte außerdem an, dass der staatliche Kreditgeber Ziraat Bank am 8. Februar die Details eines Pakets veröffentlichen wird, das auf die Unterstützung des Gewächshausanbaus von Obst und Gemüse ausgerichtet ist.

Handelsministerin Ruhsan Pekcan sagte, Beamte hätten am 26. Februar auf Großmärkten für Gemüse und Obst in den Provinzen Istanbul, Ankara, Antalya, Mersin und Adana Inspektionen durchgeführt, die enthüllten, dass einige Händler ihre Waren zu überhöhten Preisen anbieten würden. Nach Angaben der Ministerin verhängten Beamte gegen weitere 76 Unternehmen Strafen von rund 810.000 Lira wegen des Verkaufs nicht registrierter Produkte und anderer, nicht näher spezifizierter Unregelmäßigkeiten.

(Hürriyet Daily News)