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​Mircea Lucescu setzt sich gegen Medienkritik zur Wehr

21.11.2018 16:16 Uhr, von Chris Ehrhardt

Die Nationalmannschaft der Türkei findet 2018 einfach keinen richtigen Lauf. In den letzten vier Matches wurde kein Sieg eingefahren und Tore waren auch Fehlanzeige. Grund genug für die Medien der Türkei, dass sie den Trainer Mircea Lucescu ins Fadenkreuz nehmen. Und der wehrt sich nun gegen die Kritik.

Bisher hat die Milli Takım 16 Matches unter Trainer Mircea Lucescu bestritten. Nicht nur die Bilanz der letzten vier Spiele – keine Siege, keine Tore – ist ernüchternd. Insgesamt verbuchte das Team unter Führung des Rumänen in 16 Spielen nur vier Siege – bei sechs Unentschieden und sieben Niederlagen. Auch die Torbilanz ist eher ernüchternd: 16 eigenen Treffern stehen 25 Gegentore gegenüber. Nichts, was man sich als Trainer gerne in die Vita schreibt. Und doch sieht der Rumäne sich und sein Team ungerechtfertigt in der Kritik der türkischen Medien.

Kritik an Trainer Mircea Lucescu nimmt zu

Trainer Lucescu holte nach der 0:1-Niederlage gegen Schweden und dem torlosen Remis gegen die Ukraine gegenüber der Presse zum Gegenschlag aus. Die 73-jährige Rumäne stellte sich ganz demonstrativ vor sein Team und rüffelte die türkischen Medien, die immer ungeduldiger werden. Das Ganze nicht ohne auf die notwendigen Umbrüche zu verweisen und seine Erfolge bei Schachtjor Donezk in den Fokus zu rücken. So sagte Lucescu, dass er nach einem Plan arbeite, der es erfordert, dass seine Spieler in den nächsten Monaten regelmäßig zu ihren Einsatzzeiten kämen. Nur wer spielen können, so Lucescu, könne sich verbessern und erhalte dringend notwendige Spielpraxis. Die kommenden Monate seien entscheidend, denn das Team müsse mit Praxis und trotzdem verletzungsfrei in die Qualifikation zur Europameisterschaft starten.

Die Milli Takım sei laut Lucescu gezwungen gewesen, junge Perspektivspieler ins Team zu integrieren. Das habe er als Vereinstrainer bereits bei seinem Klub Schachtjor Donezk erfolgreich gestemmt und diese jungen Spieler seien heute fester Bestandteil des Nationalteams der Ukraine. Doch es sei auch die Aufgabe, diesen jungen Spielern den Rücken zu stärken. Er monierte, dass er nur noch Kritik hören und lesen würde. Das wäre keine Art, wie man gerade die jungen Perspektivspieler zu Höchstleistungen motiviert. Diese Form der Kritik würde mit dazu führen, dass der Erfolg ausbliebe, da die Spieler verunsichert würden. Mircea Lucescu sagte, er würde in der türkischen Medienlandschaft den Respekt vor Leistungen vermissen. Alles sei sehr destruktiv ausgerichtet und niemand würde positive Lösungsansätze offerieren. Nur Kritik zu üben sei kein Teil der Lösung und er bezeichnete das Verhalten als unlogisch.

Auf wen kann die Türkei in der C-Gruppe der Nations League treffen?

Nach dem Abstieg aus der B-Gruppe der Nations League und mit Abschluss der anderen Gruppenspiele steht nun fest, auf wen die Mannen von Mircea Lucescu in der C-Gruppe treffen können. Und auch da sind so manche 'harte Brocken' dabei. Rumänien, Israel, Irland, Nordirland, Griechenland, Georgien, Weißrussland, Mazedonien, die Slowakei, Bulgarien, Ungarn, der Kosovo, Albanien und auch Montenegro sind durch die Bank Gegner, die man niemals unterschätzen sollte. Da sind auch nach dem Abstieg Stolpersteine dabei, die man erst einmal bezwingen muss.