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​Merkel, Erdogan und Khan auf Todesliste des Christchurch-Terroristen

15.3.2019 17:47 Uhr, von Hürriyet.de

Vor der Ermordung von fast 50 Moschee-Besuchern in Christchurch, Neuseeland, hat der Rechtsterrorist, der seine Tat live streamte, ein Manifest veröffentlicht. In dem wird in zwei Passagen zur Ermordung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Präsident Recep Tayyip Erdogan und dem Londoner Bürgermeister Sadiq Aman Khan sowie von türkei-stämmigen Personen aufgerufen.

Der Rechtsterrorist fordert in seinem Manifest dazu auf, berühmte "Feinde" zu ermorden. Als erste Person in seiner "Todesliste" wird die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel genannt. Sie wird vom Terroristen als "Mutter aller anti-weißen und anti-germanischen Dinge" angesehen. So soll sie weiter auch "Spitzenreiterin bei der Zerstörung und ethnischen Reinigung von Europa" sein.

Pamphlet schließt mit einer Tötungsaufforderung für diese Politiker

Die zweite Person auf der Todesliste des Rechtsterroristen ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Den Präsidenten der Türkei skizziert der Terrorist als "Anführer des ältesten Feindes und Anführer der größten muslimischen Gruppierung in Europa". Für die mögliche Ermordung des türkischen Präsidenten hat der Rechtsterrorist sogar sehr spezifische Vorgaben entwickelt. So soll der Präsident dann getötet werden, "wenn er seine ethnischen Soldaten besucht, die Europa erobern". Und auch über die Wirkung dieser Tat auf europäischem Boden ist sich der Terrorist sehr bewusst. So will er sehen, dass eine solche Tat "einen Graben zwischen die türkisch-stämmige Population in Europa und die Alteingesessenen treibt". Das soll nach seiner verwirrten Logik dazu führen, dass "die Türkei geschwächt wird, Russland seinen ältesten Feind verliert und die NATO geschädigt sowie destabilisiert wird".

Die letzte Person auf der wirren Todesliste ist Sadiq Aman Khan, seit 2016 Bürgermeister von London. Ihn sieht er als "lebendigen Beweis für den Bevölkerungsaustausch der Ursprungspopulation" an. Seine Ermordung will der Rechtsterrorist als Zeichen der "Wiedergeburt der Engländer" verstanden wissen. Sein Pamphlet endet mit dem Tötungsaufruf für jede der drei genannten Personen.

Rechtsterrorist will "Konstantinopel zurückerobern"

Doch nicht nur Politiker hatte der wirre Rechtsterrorist im Fadenkreuz. So wendete er sich in seinem Manifest auch an die türkisch-stämmige Bevölkerung in Europa und dem Rest der Welt. Ihnen sagt er, "sie könnten in Frieden leben – in ihrem Land". Und das wäre "die Ostseite des Bosporus". Wenn sie aber "westlich des Bosporus leben wollen, würde man sie töten". Zudem entbot er den türkisch-stämmigen Menschen, "man würde aufbrechen und sich Konstantinopel (Istanbul) zurückholen, wo danach jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstört würde". "Die Hagia Sophia", so sagt der Terrorist in seinem Pamphlet, "würde minarettfrei und die Stadt wieder ihrer christlichen Bestimmung zugeführt". Das ganze wirre Geschreibsel an die Türken endet mit dem Satz, "dass sie fliehen sollen, solange man ihnen noch die Chance lässt".

Unter dem Strich erlaub das 74-seitige Manifest tiefen Einblick in einer sehr wirre Psyche des Rechtsterroristen und weist große Ähnlichkeiten zum Pamphlet von Anders Breivik auf.