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​Kefir aus eigener Herstellung

6.5.2019 22:10 Uhr

In der Türkei kennt man Kefir als traditionelles Getränk, das seinen Weg ins Land vor einigen hundert Jahren aus dem Kaukasus, wo es wahrscheinlich seinen Ursprung hat, über die Schwarzmeer-Region genommen hat.

Man findet Kefir in nahezu jedem Supermarkt neben den Joghurts und Ayran. Insbesondere ältere Türken würden diese Kefir-Produkte allerdings nicht kaufen, da sie einerseits gesüßt und andererseits nicht traditionsgemäß aus Kefirknollen hergestellt werden.

Wertvolle Nährstoffe unterstützen die Gesundheit

Das Wort Kefir stammt vom türkischen Wort "keyif" ab. Es bedeutet so viel wie "Wohlbefinden." Viele Türken sind überzeugt, dass ein täglich getrunkenes Glas der fermentierten Milch die Gesundheit pflegt und für ein gutes Allgemeinbefinden sorgt. Manche glauben auch, dass man sein Leben damit um einige Jahre verlängert. Die Ergebnisse zahlreicher wissenschaftlicher Studien sprechen dem Kefir tatsächlich gesundheitsförderliche Eigenschaften zu. Das Getränk enthält viele wertvolle Nährstoffe wie Kalzium, Magnesium und Phosphor sowie verschiedene B-Vitamine und Vitamin D. Durch eine Reihe bioaktiver Stoffe wie organische Säuren und Peptide wird das gesundheitliche Potenzial weiter gestärkt.

Weil Kefir ein probiotisches Lebensmittel ist, hat es einen positiven Einfluss auf die Darmgesundheit. In diesem Sinne unterstützt es die Verdauung und sorgt für ein Gleichgewicht der Darmflora. Auch das Immunsystem wird damit unterstützt. Dank seiner antibakteriellen Eigenschaften hemmt Kefir das Wachstum von Bakterien und schmälert somit die Gefahr von Infektionen. Sein Kalziumgehalt wirkt sich positiv auf die Knochengesundheit aus. Darüber hinaus gibt es Studien, die darauf hindeuten, dass die im Kefir enthaltenen Probiotika das Wachstum von Tumorzellen hemmen, indem sie die Zellveränderung vermindern.

Kefir selbst herstellen

Die Herstellung von Kefir ist ganz unkompliziert und kann leicht zu einer täglichen Routine werden. In Abhängigkeit von Menge und Temperatur dauert das Fermentieren von Milch zu Kefir 20 bis 48 Stunden. Als Gefäß eignet sich z. B. ein Einmachglas mit einem Volumen von ein bis zwei Litern.

Pro Liter Milch werden 30 Gramm Kefirknollen in das Gefäß gegeben. Das Einmachglas sollte über einen Bügelverschluss mit Gummi verfügen, damit ein luftdichtes Verschließen möglich ist. An einem lichtgeschützten Ort wird das Gefäß bei Raumtemperatur die entsprechende Zeit stehen gelassen. Nach der Fermentation muss der Kefir mit einem Plastiksieb (kein Metallsieb verwenden!) abgeseiht und in ein anderes Gefäß gefüllt werden. Die Lagerung erfolgt am besten im Kühlschrank. Mit den Knöllchen, die im Sieb verbleiben, wird eine neue Runde gestartet.

Kefirknollen vermehren sich. Überflüssige Knollen müssen aber nicht weggeworfen werden. Da sie Ballaststoffe enthalten, können sie in einem Smoothie püriert werden.

(jk)