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​Kandel erinnert an ermordete Mia

26.12.2018 19:18 Uhr

Die Lager in Kandel sind zwiegespalten. Auf der eine Seite Menschen, die an Mia erinnern wollen, die von ihrem Ex-Freund mit einem Messer ermordet wurde. Auf der anderen Seite sind Menschen aktiv, die den Mord nutzen, um gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung zu protestieren. Der Täter, ein unbegleiteter Flüchtling aus Afghanistan, wurde im September wegen Mordes zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Ein Jahr nach dem tödlichen Messerangriff auf die 15-jährige Mia in Kandel erinnert der Ort in Rheinland-Pfalz an diesem Donnerstag an das Mädchen. Die evangelische Gemeinde hat die Bürger zum stillen Gedenken in der St. Georgskirche aufgerufen (15.00 Uhr bis 17.00 Uhr). Vorgesehen sind das Entzünden von Kerzen und keine Reden. Am Jahrestag sollte die Kommune die Chance haben, zur Ruhe zu kommen, sagte Bürgermeister Volker Poß.

Kundgebung gegen Flüchtlingspolitik am Jahrestag des Messerangriffs

Hingegen wollen Demonstranten bei einer Kundgebung im Ort unter anderem gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung protestieren (17.30 Uhr bis 19.30 Uhr). Angemeldet sind etwa 200 Teilnehmer. Etwa 200 Sicherheitskräfte werden erwartet. In den vergangenen Monaten hatten rechte und linke Gruppen wiederholt in Kandel demonstriert. Viele Bürger der Verbandsgemeinde werfen vor allem dem rechten Lager vor, das Verbrechen politisch zu instrumentalisieren.

Das Landgericht Landau hatte den Angeklagten Abdul D. im September wegen Mordes und Körperverletzung zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der wohl aus Afghanistan stammende Flüchtling am 27. Dezember 2017 seine Ex-Freundin Mia erstochen hatte. Da er zum Tatzeitpunkt möglicherweise minderjährig war, erging das Urteil nach Jugendstrafrecht. Das Urteil ist rechtskräftig.

(ce/dpa)