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​Galatasaray überwintert trotz Niederlage in der Europa League

11.12.2018 21:34 Uhr, von Chris Ehrhardt

Die Vorzeichen standen fest: Nur mit einem Sieg daheim gegen den FC Porto würde Galatasaray Istanbul weiter auf der europäischen Bühne kicken. Bei jedem anderen Ergebnis müsste man nach Gelsenkirchen schauen und sehen, wie sich Lokomotive Moskau gegen den FC Schalke 04 behauptet.

Und das Glück war mit den Löwen aus Istanbul. Trotz der bitteren Heimniederlage gegen Porto, die nicht sein musste, darf der türkische Meister weiter auf dem europäischen Parkett kicken. Schalke 04 ließ sich die Butter nicht vom Brot nehmen und gewann daheim gegen Moskau.

Druckvoller Beginn von Galatasaray

Galatasaray legte vor eigenem Publikum los wie die Feuerwehr. Chance um Chance wussten sich die Löwen zu erspielen – und scheiterten wieder und wieder an Keeper Casillas. Oder auch mal am Schiedsrichter. Wie in der 10. Spielminute. Maicon zimmerte aus kürzester Distanz auf den Kasten und da stand dann Diogo Leite, der den Ball eigentlich nicht klarer mit der Hand spielen konnte. Doch statt auf den Punkt zu zeigen gabs vom weißrussischen Schiedsrichter ein Gespräch mit dem Torassistenten. Im Dialog wurde dann auf Abseits entschieden.

Auch danach gab es gute Chancen für Cimbom, doch wer vorne nicht trifft, wird zumeist hinten böse bestraft. So auch in Istanbul. In der 17. Minute klingelte es im Kasten von Galatasaray. Telles brachte den Ball in die Box, der sträflich allein gelassene Felipe stieg hoch und setzt die Kugel humorlos unter die Latte – Porto mit 1:0 vorne. Und ab dann spielten die Drachen mit dem Vorsprung im Rücken. So war das 2:0 für Porto eigentlich nur eine Frage der Zeit und die kam in der 42. Minute – vom Punkt! Hernani steppte wie einst Fred Astaire durch den Strafraum, wollte Mariano vernaschen und wird von dem berührt? Regelwidrig? Eher nicht. Das aber interessierte Kulbakov wenig und er entschied auf Elfer. Die Chance ließ sich Marega nicht nehmen und teste bei seinem Elfmeter die Haltbarkeit des Netzes in Istanbul. Porto war mit zwei Toren vorne.

Doch die Löwen steckten nicht auf. Sie wollten einen Treffer, denn sie fühlten sich nicht unberechtigt "verschaukelt". Und dann kam sie, die Konzessionsentscheidung. Felipe berührt den Gegenspieler, der von Rodrigues angespielt wurde, der im Abseits stand und dann kommt das Fallen. Sofort folgte der Pfiff – Elfer für Galatasaray. Feghouli ließ sich nicht zweimal bitten und konnte Casillas verladen – 1:2 nur noch und damit ging es in die Pause.

Galatasaray stand sich selbst im Weg

Die Löwen kamen hochmotiviert aus der Kabine und scheiterten immer wieder an sich selbst. Vor dem Tor schrecklich überhastet. Das war das Bild der ersten Minuten nach Wiederanpfiff. Das nutzte dann erneut Porto. In der 57. Minute verdaddelte Kabak leichtfertig den Ball, Nagatomo wurde von Nernani zur Slalomstange degradiert und dann passte auch noch das Zuspiel zu Sergio Oliveira. Der hatte keinerlei Hemmungen und machte das 3:1 für Porto. Ab da werden dann spätestens die vertelefonierten Einheiten bei den Gesprächen nach Gelsenkirchen Höchststände erreicht haben. Gut, dass es dort weiter 0:0 stand – und mit einem Treffer von Moskau wäre Galatasaray aus dem internationalen Geschäft.

Doch bereits sieben Minute später keimte wieder Hoffnung bei den Löwen auf, es aus eigener Kraft zu schaffen. Rodrigues düste über die rechte Angriffsseite und fand dann Derdiyok. Der machte sich lang und länger, erreichte den Ball mit dem Fuß und drin die Kugel – 2:3 und da war Leben in der Bude, die sich zwei Minute später in ein Meer aus Jubel verwandelte. Zumindest kurz. Der Schiedsrichter hatte Spaß am Elferpfiff gefunden und tat es nun zum dritten Male – diesmal wieder für Galatasaray. Rodrigues tankte sich gut in die Box und suchte abgezockt den Kontakt zu Pereira. Der tat ihm den Gefallen und der Schiri zog mit. "Aller guten Dinge sind zwei" oder "Was einmal klappt, das klappt auch zweimal" – so oder so ähnlich muss Feghouli gedacht haben, als er zum zweiten Elfer anlief. Mit Macht hämmerte er das Leder in der 67. Minute vom Punkt aufs Tor von Muslera – und zimmerte die Kugel krachend an die Unterkante der Latte. Von da sprang die Pille auf die Linie – nicht drin. Das war Pech.

Cimbom versuchte es immer weiter, aber es kam nichts an Zählbarem dabei rum. Und die Zeit verstrich immer mehr. Doch was war auf Schalke los? Immer noch torlos. Dann, es war die 90. Minute in Istanbul angebrochen, gab es Jubel. Hatten die Löwen getroffen? Nein, aber Schalke konnte zur Führung gegen Moskau einnetzen. Und da war am Bosporus klar, man bleibt auf der europäischen Bühne, auch wenn man daheim verlieren würde. So wurden dann die fünf Minuten an Nachspielzeit runtergespielt. Das Spiel verloren, aber weiter geht es nach dem Winter in der Europa League.

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