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​Fenerbahce besiegt überraschend Malatyaspor

28.1.2019 22:21 Uhr, von Chris Ehrhardt

Für Fenerbahce Instanbul stand die Uhr vor der Partie gegen Yeni Malatyaspor in der türkischen Süper Lig nicht auf kurz vor 12, sondern im Grunde schon kurz vor 13 Uhr. Und wenn man im Fußball denkt, da geht so gar nichts mehr zusammen, kommt aus dem Nichts der Befreiungsschlag. So am heutigen Abend geschehen in Kadiköy, als Mehmet Ekici, Ex-Spieler von Werder Bremen, einskalt zuschlug. Mit dem 3:2-Heimsieg konnten sich die Kanarienvögel etwas Luft nach unten verschaffen.

Den Hausherren merkte man mit dem Anpfiff an, sie waren bis in die Haarspitzen motiviert und wollten unbedingt gewinnen. Und es dauerte nur bis zur 2. Spielminute, dass die Fans im Stadion in Jubel ausbrechen konnten. Isla behielt hervorragend die Übersicht, sah Mehmet Ekici und der zog trocken ab – das 1:0 für die Hausherren und das Stadion tobte. Malatya schaute sich das Ganze erst entspannt an, verteidigte nach der frühen kalten Dusche gut und lauerte auf seine Chance. Denn dass Fenerbahce hinter anfällig ist, hatte sich auch bis nach Malatya rumgesprochen. Und so kam es dann auch, wie es kommen musste. Malatyaspor nutze einen Standard, um das Spiel auszugleichen. Eine Ecke von Aleksic zischte in die Box und da stand Mina wie der Fels in der Brandung. Sein Kopfballgeschoss markierte den 1:1-Ausgleich in der 28. Spielminute.

Fenerbahce mit Kampf bis zur letzten Minute

Nun wurde damit gerechnet, dass die Kanarienvögel nach dem Tor einbrechen würden, wie das so häufig in der Vergangenheit geschah. Aber das Gegenteil passierte. Nur drei Minuten hatte die Freude bei den Gästen Bestand, dann war es wieder Ekici, der zeigte, warum er in der Bundesliga spielte. Aus mehr als 20 Metern nahm der ehemalige Bremer Maß und zwirbelte die ruhende Kugel beim Freistoß gekonnt an der Mauer vorbei – unhaltbar. Man spürte, dass Fenerbahce den 2:1-Vorsprung unbedingt mit in die Pause nehmen wollte. Und die dadurch aufkommende Verkrampfung beim Spiel nutzte Malatya eiskalt. Wie üblich in der Süper Lig gab es reichlich Extra-Time und in der 5. Minute der Nachspielzeit in Hälfte eins machte Donald – der Mitchell, nicht der Duck – den Ausgleich. Sichtlich schockiert ging es für die Kanarien in die Halbzeit.

Hochmotiviert kamen die Kanarien aus den Startlöchern zur zweiten Halbzeit. Und Mehmet Ekici hätte sich beinahe einen Hattrick auf die Fahne schreiben können, wenn er nur in der 64. Spielminute vom Punkt besser gezielt hätte – Elfer gehalten und es kamen im Fener-Fanbereich böse Vorahnungen auf. Doch wer nun glaubte, dass Fenerbahce nach dem zweimaligen Ausgleich und dem vergebenen Elfer in sich zusammenfällt, der wurde überrascht. Alle Ampeln waren auf Sieg gestellt und die Körpersprache des Teams war durch die Bank überragend. Und wer so auf dem Platz steht, der wird am Ende auch belohnt – und wenn es durch ein schmutziges Tor ist. Das war in Kadiköy in der 86. Minute der Fall. Mehmet Topal – ja, heute war es der dreifache Mehmet bei Fenerbahce – bugsierte kurz vor Schluss das Runde ins Eckige, nachdem Keeper Fabien Farnolle die Pille nicht sicher kontrollieren konnte. 3:2-Führung für Fenerbahce. Und da es dabei blieb, war der Jubel beim Abpfiff wahrlich frenetisch. Mit solch einer Leistung gegen den Tabellendritten sollte der Abstieg für das Team aus Kadiköy kein Thema sein.