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​FC Bayern gegen den VfB Stuttgart unter Zugzwang

27.1.2019 12:07 Uhr, von Chris Ehrhardt

Vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart liegt der FC Bayern München in der Tabelle der Bundesliga neun Punkte hinter Spitzenreiter Borussia Dortmund auf dem dritten Platz – punktgleich mit Borussia Mönchengladbach. Das heißt, der Ball liegt in der Hälfte der Bayern und nur ein Sieg gegen die Schwaben, die auf dem 16. Tabellenrang und damit auf einem Relegationsplatz stehen, hilft ihnen im Rennen. Ergo gilt auch für die Stuttgarter, dass sie ihre Haut in München so teuer wie möglich verkaufen müssen, um sich nach unten etwas Luft zu verschaffen. Für Spannung ist also ab 15.30 Uhr bei uns im Liveticker gesorgt.

Der BVB hat mit seinem ungefährdeten 5:1-Sieg gegen abstiegsgefährdete Hannoveraner den Druck beim FC Bayern erhöht. Denn die Bayern wissen, wie das auch Joshua Kimmich schon betonte, dass man sich als Dortmundjäger keinerlei Fehler mehr erlauben könne. Darum muss in der Bundesliga der siebte Sieg in Folge her, um an den Schwarz-Gelben aus dem Ruhrpott dran zu bleiben. Auch Coach Niko Kovac betonte vor dem Spiel ausdrücklich, dass sein Team das Spiel unbedingt gewinnen wolle. Jeder Punktverlust bedeutet einen enormen Rückschlag im Meisterrennen zwischen den Rivalen aus Dortmund und München.

Spiele gegen den VfB sind kein Selbstgänger

Für den VfB Stuttgart geht es in München im Grunde schon ums nackte Überleben. Man hat zwar drei Punkte Vorsprung auf Hannover und Nürnberg, die auf den direkten Abstiegsrängen liegen, aber mit einem Auswärtsdreier in München würden sich die Schwaben an Augsburg vorbeimogeln und die Schlagdistanz zu Düsseldorf würde ebenso verringert. Es geht also um die Wurst.

Das weiß man auch in München einzusortieren. So sagte Niko Kovac, dass die Stuttgarter Mannschaft aus guten Spielern bestehen würde, die aber momentan nicht ihr A-Game abrufen. Tun sie das jedoch, sind sie brandgefährlich. Einen Selbstläufer in der Allianz Arena zu erwarten, wäre demnach fatal. Das sieht auch Bayern-Knipser Robert Lewandowski nicht anders. Er vermutet, dass die Schwaben hinten dicht machen werden und auf Konter lauern. Eine Spielweise, welche die Bayern in der laufenden Saison schon häufiger in arge Nöte brachte – siehe das Spiel gegen die Fortuna aus Düsseldorf.

Heimspiele müssen im Meisterrennen gewonnen werden

Es ist das erste Heimspiel der Rückrunde und da werden sich die Bayern strecken, das erfolgreich über die Runden zu bringen. Wichtig ist dabei, den Gegner nicht zu unterschätzen und sofort mit dem Anpfiff zu 100 Prozent auf dem Platz zu sein. Wie das geht, zeigten vergangene Woche die Mainzer, die drei Punkte aus dem Schwabenland mitnahmen.

Hinter wem steht ein Fragezeichen beim FC Bayern?

Es sind vier Leistungsträger, die dem Rekordmeister nicht zur Verfügung stehen. Ein Auftritt von Jerome Boateng, dessen Bruder Kevin-Prince gerade erst zum FC Barcelona wechselte, erscheint eher unwahrscheinlich. Definitiv ausfallen werden wohl Franck Ribery, Arjen Robben und Corentin Tolisso. Serge Gnabry, der sich in exzellenter Spiellaune befindet, wird aber nach muskulären Problemen wieder den Kader bereichern. Ergo kann Kovac nahezu aus dem Vollen schöpfen. Doch wie sieht das bei den Stuttgartern aus?

Wird der VfB Neuzugang Ozan Kabak ins kalte Wasser schmeißen?

Der VfB hat just den Monstertransfer seiner Geschichte eingetütet. Ozan Kabak wurde für kolportierte elf Millionen Euro vom türkischen Rekordmeister Galatasaray Istanbul geholt und es ist nicht unwahrscheinlich, dass er zumindest im Kader der Schwaben steht. Welche ein Weg für den talentierten Youngster – vor rund einem Monat musste er gegen Sivasspor ran und heute kann er möglicherweise gegen den FC Bayern München auf dem Platz stehen. Da gehen Träume in Erfüllung.

Ansonsten gibt es aber nur wenige Gründe für Trainer Markus Weinzierl zu frohlocken. Wer mit drei Niederlagen in Folge im Gepäck auch noch bei den Bayern antreten muss, ist nie zu beneiden. Zudem ist die Saison-Bilanz der Schwaben mehr als mäßig. 18 Spiele, 14 Punkte, 14 geschossene und 38 kassierte Tore – das ist keine Bilanz, die man sich auf T-Shirts drucken kann, auch wenn es einen Negativrekord der Stuttgarter darstellt.

Doch wie heißt es so schön: Angeschlagene Boxer sind gefährlich. Ob der notwendige Lucky Punch aber ohne einen der wenigen Leistungsträger gelingt – Benjamin Pavard fällt gegen seinen neuen Arbeitgeber ab dem Sommer mit einer Oberschenkelverletzung aus – muss abgewartet werden.

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