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​CHP-Chef Kilicdaroglu sieht die AKP als Verursacher der Wirtschaftsprobleme

28.3.2019 20:54 Uhr

Schwindelerregende Arbeitslosenzahlen, hohe Lebenshaltungskosten, eine schwache Lira im Segment der internationalen Wirtschaft und wirtschaftliche Fehlentscheidungen zu produzieren sei das, was die Regierungspartei AKP sowie Präsident Recep Tayyip Erdogan produzieren würden, sagte der Vorsitzende der führenden Oppositionspartei CHP, Kemal Kilicdaroglu auf einer Wahlveranstaltung.

"Die Regierung versucht Stimmen zu sammeln, indem sie Bedenken und Ängste in den Köpfen der Menschen weckt, weil sie sonst nichts viel zu bieten haben. Können sie sagen 'Wir haben das Problem der Arbeitslosigkeit gelöst'? Nein, weil sie es in den 17 Jahren an der Regierung nicht konnten. Im Gegenteil, die Zahl der Arbeitslosen ist gestiegen", sagte Kilicdaroglu in einer Rede, die am 28. März von mehr als 40 Radiosendern ausgestrahlt wurde.

Türkei eines der stärksten Länder der Region

Die Wirtschaft entwickelt sich nicht gut, die Menschen leiden unter hohen Lebenshaltungskosten und die türkische Lira ist die am stärksten abgewertete Währung der Welt, sagte Kilicdaroglu und fügte hinzu, dass im vergangenen Jahr mehr als eine Million arbeitslose Menschen hinzugekommen seien. "Es gibt ernste Probleme. Sie erklären jedoch nicht, wie sie diese Probleme angehen werden", sagte der CHP- Chef. "Stattdessen haben sie eine 'nationale Überlebensrhetorik' eingeführt."

"Warum sollte die Türkei zerstört werden? Die Türkei ist eines der stärksten Länder in ihrer Region. Was haben die Kommunalwahlen bitte mit dem Überleben des Landes zu tun?" sagte Kilicdaroglu zu der Rhetorik von Präsident Erdogan, der auf Wahlveranstaltungen stets betont, das Überleben der Türkei stünde auf dem Spiel. Die Wahl des CHP- Bürgermeisterkandidaten für Istanbul Ekrem Imamoglu würde eben keine Überlebensprobleme schaffen, sondern alle Probleme lösen, mit denen die größte Stadt der Türkei derzeit konfrontiert sei, sagte der sozialdemokratische Parteiführer. Er betont, dass das eigentliche Problem der Türkei die Regierung sei, die das Land nicht anständig regieren kann.

Die Regierung fühlt nicht das Leid der Bürger

"Die Türkei hat zwei Fenster: An einem davon befindet sich die High Society des Präsidentenpalastes. Alles ist perfekt für sie. Sie haben keine Probleme wie Arbeitslosigkeit oder Armut. Am anderen Fenster aus sehen Sie die Leute, die Menschen, das Volk. Und da ist die Arbeitslosigkeit. Hunderttausende von Kindern gehen hungrig ins Bett", sagte Kilicdaroglu. Wenn man die Türkei aus dem Fenster des Palastes betrachtet, sieht man nicht das Leid der Menschen, betonte er und erinnerte daran, dass Bürger sich an gemeindebetreuten Ständen anstellen, um billige Zwiebeln und anderes Gemüse zu kaufen.

"Jetzt fragen die Bürger: Ich habe seit 17 Jahren für Sie gestimmt. Ich habe meine Steuern bezahlt. Aber Sie haben die Staatsverschuldung in den 17 Jahren von 70 Milliarden US-Dollar auf 500 Milliarden US-Dollar erhöht und die Menschen dazu gezwungen, aufgrund von Preiserhöhungen an Ständen Schlange zu stehen, um billige Grundnahrungsmittel zu kaufen", sagte er.

CHP und IYI Partei halten gemeinsame Kundgebung in Bursa ab

Später am Tag hielten die Führer der National-Allianz, Kemal Kilicdaroglu und Meral Aksener, eine gemeinsame Kundgebung in der nordwestlichen Provinz Bursa ab. Beide Vorsitzenden betonten, die wahren Probleme der Türkei seien die sich verschlechternde Wirtschaftslage und die hohen Lebenshaltungskosten und nicht "das Überleben der Nation", wie die Regierung anführt. "Die Regierung sagt, es gebe ein Überlebensproblem. Wenn das stimmt, bedeutet das, dass die Türkei keine Zukunft hat. Sie wissen vielleicht nicht, aber die Türkei ist einer der stärksten Staaten der Region. Das eigentliche Problem ist, dass die Türkei nichts mehr selbst produziert", sagte Kilicdaroglu.

Die Kühlschränke der Menschen seien leer, sagte der CHP- Chef, wies auf die Preissteigerungen bei Lebensmitteln hin und attestierte Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine Helfer, dies nicht zu verstehen. Aksener verurteilte ihrerseits Regierungskreise, weil sie von denen als Sympathisantin der PKK bezeichnet wurde und viele Kandidaten der National-Allianz als Mitglieder der PKK bezeichnet, die von der Türkei, der EU und den USA als terroristische Organisation gelistet wird. "Wir werden niemals Angst haben", sagte sie. Das eigentliche Problem sei die Wirtschaft und das alleine wegen der Unentschlossenheit von Erdogan und seinem Schwiegersohn Finanzministers Berat Albayrak, betonte Aksener.

(Hürriyet Daily News)