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​Beşiktaş rettet Remis in der Nachspielzeit gegen Trabzon

16.12.2018 19:36 Uhr, von Chris Ehrhardt

Man könnte es furiose Aufholjagd nennen oder einfach nur Glück, was Beşiktaş Istanbul am Sonntagabend in der Süper Lig gegen Trabzonspor ablieferte. Lange Zeit sahen die Gäste wie die klaren Sieger aus, die Beşiktaş mit der Heimniederlage eine absolut gebrauchte Woche nach dem Ausscheiden aus der Europa League bescherten. Aber ein Spiel endet eben erst dann, wenn der Schiedsrichter abpfeift – zur Not auch nach rund 100 Minuten.

Beşiktaş Istanbul gehen langsam die Leute aus. Nur so war zu erklären, dass Trainer Şenol Güneş das Verlierer-Team aus dem Match gegen Malmö nur auf drei Positionen änderte. Atiba, Lens und Güven kamen für Oğuzhan, Mustafa und Love ins Match. Da konnte Trabzon-Coach Ünal Karaman entspannter agieren und musste nach dem Erfolg gegen Konya nichts verändern.

Ruhige erste Hälfte

Trabzonspor legte sich zwar zu Spielbeginn mächtig ins Zeug, aber so wirklich zwingend waren die Aktionen der Gäste bis zur 26. Spielminute nicht. Da hatten die Adler Glück, dass Nwakaeme nach einer Parade des deutschen Keepers Loris Karius nur das Aluminium traf. Als man sich in Istanbul schon auf ein torloses Unentschieden zur Halbzeit einstellte, schlug doch noch der Blitz ein. Necip war völlig neben der Spur und Rodallega zeigte, warum man ihn Torjäger nennt. Ein kurzer Schlenker, Karius war ausgetanzt und das Leder zappelte im Netz – 0:1 und das in der ersten Minute der Nachspielzeit. Damit ging es dann auch in die Pause.

Beşiktaş mit mehr Druck nach der Pause

Die Zuschauer sahen, dass Beşiktaş in der zweiten Hälfte vor heimischem Publikum etwas reißen und sich für das Ausscheiden in der Europa League rehabilitieren wollte. Doch wo ein Wille, da nicht zwangsläufig auch ein Weg. Denn Trabzon schlug erbarmungslos zu. 47. Spielminute, Onazi auf Nwakaeme und der ballerte das Ding mit Lust und Freude in die Maschen. Unhaltbar für Karius – 0:2.

Das wollten die Adler doch nicht auf sich sitzen lassen und starteten ihren Sturmlauf auf den Kasten von Trabzonspor. Und das Bemühen wurde belohnt. In der 58. Minute flankte Caner, aber er fand keinen Mitspieler. Dafür stand dort Onazi und der beförderte die Kugel in die eigenen Maschen – nur noch 1:2 für Trabzon. Keine fünf Minute nach dem Anschlusstreffer jubelte der Anhang der Adler – aber vergeblich. Dorukhan traf, aber der Videoschiri sah das Abseits. Mehr und mehr rannte Beşiktaş die Zeit weg und man hatte Glück, dass der Unparteiische lange nachspielen ließ. So war es die siebte Minute der Nachspielzeit, als Pektemek sein Team erlöste. Ecke, Kopf, Tor – 2:2 und damit zumindest einen Punkt gerettet, den kaum mehr wer im Stadion für möglich hielt.