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​Absprungwelle bei Galatasaray steht bevor

28.5.2019 18:06 Uhr, von Chris Ehrhardt

Nach der Meisterschaft und dem Pokalsieg von Galatasaray Istanbul in der türkischen Süper Lig steht das große Stühlerücken bevor. Zwar hat Trainer Fatih Terim einen neuen Kontrakt über fünf Jahre unterzeichnet, an dessen Laufzeitende er 73 Jahre alt wäre, aber einige Spieler sind auf dem Absprung. Wer wird Galatasaray sicher verlassen und wer steht auf der Kippe?

Drei Spielernamen, die in Sachen Weggang immer wieder genannt werden, sind Mbaye Diagne, Younes Belhanda und Sofiane Feghouli. Bei zwei Spielern davon würde sich wohl Galatasaray bei einem entsprechenden Angebot "breitschlagen" lassen, bei einem anderen Spieler jedoch bereiten Gedanken an einen Weggang körperliche Schmerzen.

Schauen wir uns zuerst Mbaye Diagne an. Der 27-jährige Hüne von 1,93 m ist in der Sturmmitte ein ständiger Risikofaktor für gegnerische Mannschaften. Das Problem dabei, man muss ihn mit Flanken füttern. Ab auf die Außenbahnen, rein das Leder in die Box und den Rest wird Diagne richten. Auf dem Platz also ist Diagne unstrittig eine echte Bank – wenn man es als Trainer schafft, ein Spielsystem um ihn herum aufzubauen. Probleme soll es allerdings, so wird es kolportiert, auf der zwischenmenschlichen Ebene geben. Ehrlich? Was jucken zwischenmenschliche Bereiche, wenn man einen Sturmtank in der Mitte hat, der in der Operettenliga eine Bank für 30 Tore ist? Da stellt man persönliche Eitelkeiten zurück und lässt den Sportskollegen da vorne im Takte der Trommeln von der Tribüne knipsen.

Gehen Belhanda und Feghouli?

Das scheint man bei Cimbom anders zu sehen und irgendwem ist der Senegalese wohl auf die Füße gestapft. Heißt: Ist kaputt, kann weg. Spielplatz der Eitelkeiten Süper Lig. Kommt also wer aus China oder Arabien und wirft den Bossen den Löwen 15 unrealistische Millionen Euro auf den Tisch, war es das. Trotz seines Vertrages bis ins geschichtsträchtige Jahr 2023.

Kommen wir zum nächsten Namen: Younes Belhanda. Der in Frankreich geborene Marokkaner ist 29 Jahre alt und hat noch zwei Jahre Vertrag in Istanbul. Leistungsbilanz in der Liga: 24 Einsätze, vier Treffer und neun Vorlagen. Kolportierter Marktwert: Unter sechs Millionen Euro. Nun hatte wohl schon im Winter ein Klub aus Arabien - Al-Ittihad – fast zehn Millionen für Belhanda geboten. Warum auch immer. Im Winter ließ man den offensiven Mittfeldspieler nicht ziehen, wäre aber wohl jetzt bereit, wenn ein Klub aus China oder Arabien das Füllhorn ausschüttet, einen Deal zu machen. Fraglich nur, ob das jemand tun wird.

Dann wäre da noch die dritte Personalie: Sofiane Feghouli. Der 29-jährige in Frankreich geborene Algerier besitzt einen Vertrag bei den Löwen bis 2022. In 29 Spielen der Saison hat er für Cimbom neun Tore geknipst und sechs Torvorlagen gegeben. Natürlich zieht so ein Spieler auch Vereine aus dem Ausland an. So sollen beispielsweise Klubs aus Spanien ganz versessen darauf sein, Feghouli unter Vertrag zu nehmen. Und da wird die Luft dann eben dünn für Galatasaray. Fatih Terim mag zwar sagen, dass Feghouli unverkäuflich sei, aber Geld regiert die Welt und wenn das Angebot aus Spanien stimmt, werden die Verantwortlichen von Galatasaray wohl zweimal nachdenken, bevor sie es ablehnen. Problem: Wie will man diese Spieler ersetzen?

Wer kommt zu den Löwen?

Gerüchtet wird, dass man statt einer Verpflichtung von Henry Onyekuru, der dem Klub zu teuer erscheint, einer Rückholaktion von Garry Rodrigues und einem Kauf vom ablösefreien Ryan Babel zugeneigt wäre. 14 Buden hat Onyekuru für Cimbom gemacht und fünf Vorlagen zu Treffern gegeben. Ihn nicht zu nehmen und dafür über Rodrigues sowie Babel zu spekulieren, ist eine Bankrotterklärung des fußballerischen Sachverstandes. Rodrigues hat gegen namhafte Klubs wie Al-Ahli, Al-Feiha oder Al-Tah-Fal-Ter mal gerade ein müdes Törchen gemacht und Babel trug sich in der Permier League fünfmal in die Torschützenliste ein. Mögliche Abgänge von Diagne, Belhanda und Feghouli so zu kompensieren ist ein gewagtes Unterfangen, wenn man in der Champions League mehr als die Vorrunde mittanzen möchte.

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