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Ümraniye schmeißt Trabzon aus dem Pokal

26.2.2019 20:03 Uhr, von Chris Ehrhardt

Elf muntere Pünktchen liegt Trabzonspor in der Süper Lig hinter dem "Platz an der Sonne" auf dem vierten Rang. Damit kann man die Meisterschaft getrost als abgehakt betrachten. Was bleibt ist der türkische Pokal und da stand am heutigen Tag mit dem Auswärtsspiel beim Ümraniyespor in Istanbul ein denkbar unbequemer Gegner an. Das Team hatte immerhin Fenerbahce Istanbul ausgeschaltet und beide Matches gewonnen. Man war also gewarnt und wusste, wenn die Saison im Pokal weitergehen sollte, musste man in Istanbul nach dem dürftigen 0:0 im Hinspiel sein "A-Game" mit mindestens einem Auswärtstor abrufen.

Ümraniyespor tat zu Beginn das, was man nahezu perfektioniert hat: Hinten sicher stehen und dann nach vorne auf Konter lauern. Doch Trabzon war gewarnt und rannte ebenfalls nicht blindwütig an. So neutralisierten sich beide Teams erst einmal fröhlich im Mittelfeld oder in der zweiten Reihe vor dem Kasten. Doch nach 35 Spielminuten stellte Anthony Nwakaeme zuerst einmal die Weichen auf Sieg für die Schwarzmeer-Tiger von Trabzonspor. Yusuf Yazici arbeitete schön vor, hatte das Auge für den Nigerianer und der haute richtig einen raus – 0:1. In der 40. Minute kurze Rudelbildung um Schiedsrichter Alper Ulusoy, denn Ümraniye wollte einen Handelfmeter haben. Das war allerdings völliger Quatsch, denn mit der Hand am Körper und wenn der Ball vom eigenen Kopf des Spielers an den Arm prallt, gibt es da kein Sprechen. So ging es mit dem knappen Vorsprung – aber einem Auswärtstor im Rucksack – in die Pause. Ein 1:1 würde Ümraniye also nicht reichen.

Kann Ümraniye gegen Trabzonspor doppelt treffen?

Dass auch ein Rückstand mit drei Toren nicht unmöglich aufzuholen ist, hatte am gestrigen Abend Fenerbahce bei Besiktas gezeigt. Doch würde auch Ümraniye das Kunststück gelingen können? Sie kamen jedenfalls hochmotiviert aufs Feld und bauten Druck auf. Trabzon zog sich unverständlicherweise zurück und überließ den Hausherren den Platz. Dass sich solch eine Spielweise schnell rächt, sollte man wissen. Und das passierte dann auch in der 55. Minute. Leandrinho wurde wunderbar in der Box freigespielt und tat sich nicht so schwer, trocken einzulochen – 1:1. Doch auch mit dem Ergebnis wäre Ümraniye wegen des Auswärtstores raus aus dem Pokal.

Quelle: DHA

Und in der 65. Minute hatten wir ihn dann, den üblichen Schiedsrichter-Lacher. Zweikampf in der Box. Zwei Spieler "umarmen" sich. Der "Hintermann" von Trabzonspor hatte den Arm am Mann und kriegte die Kugel an die Hand. VAR-Einsatz. Elfmeter. Für was? Foulspiel? Handspiel? So einen Elfer pfeifst du normalerweise nicht einmal dann, wenn du mit Augenbinde ein Spiel leitest. Ob sich Emircan Altintas noch gewünscht hätte, dass ihm der Schiedsrichter das Elfer-Geschenk einpackt, wurde nicht bekannt. Aber dass er ihn versenkte, das steht fest – 2:1 für Ümraniyespor.

Wie würde Trabzon mit dem Rückstand umgehen?

Offensichtlich hatte Ulusoy Spaß am Klang seiner Pfeife gefunden. In der 72. Minute pfiff er wieder Elfer - diesmal aber für Trabzonspor. Da teilte ihm dann wohl der VAR etwas mit und er lief "nachschauen". Was war geschehen? Parmak spürte Kontakt von Yasir Subasi und dachte sich möglicherweise "der Schiri pfeift alles - fall mal". Doch anstatt nun auch konsequenterweise den zweiten Nonsens-Elfer zu pfeifen, um das Spiel wieder "gerecht" zu machen, ruderte Ulusoy zurück und es gab doch keinen Elfer. Das muss man alles nicht verstehen. Respekt an Trainer Ünal Karaman dafür, dass er so ruhig blieb. Mancher Trainer hätte dem Referee sicher einige sehr warme und überdeutliche Worte entboten.

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Trabzon mühte sich nun weiter, konstruktiv etwas nach vorne zu bringen. Ümraniye zog sich aber zurück und überwinterte mit teils sieben Feldspielern im und am Strafraum. In der 81. Minute dann doch die Chance: Nwakaeme mit einem Schuss-Flankenversuch. In der Mitte war Parmak dann nicht in der Lage an den Ball zu kommen. Sekunden später verdonnerte Nwakaeme selbst eine 1000-prozentige Chance fast auf der Torlinie - kannst du dir nicht ausdenken. Und langsam lief Trabzonspor die Zeit weg. Würde Ümraniye nach Fenerbahce mit Trabzonspor ein weiteres Power House ausschalten können?

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Neun Minuten Nachspielzeit wurden nach Ablauf der regulären Spielzeit angezeigt. Würde Trabzon die großzügigst bemessene Extrazeit nutzen können? Trabzonspor wurde aber immer fahriger. Selbst einfachste Zuspiele gingen fehl. Und die Zeit tickte weiter. Ümraniyespor stand mittlerweile mit allen Spielern in der Box und verteidigte den knappen Vorsprung. Trabzon machte immer mehr auf und dann kann das auch mal in die Hosen gehen - so kam es auch. Ein Angriffsversuch von Trabzon wurde abgewehrt und der Ball nur von Ümraniye nach vorne gedroschen. Aber Atabey Cicek war schneller als die Trabzon-Hintermannschaft, lief und traf dann auch noch - 3:1 und damit war in der sechsten Minute der Nachspielzeit die Messe gelesen. Dabei blieb es und Ümraniye kegelte Trabzonspor aus dem Pokal.

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