Symbolbild: Stephan Morris

Über Hundert Tote bei Massaker

28.6.2019 23:54 Uhr

Im Ostkongo sind bei Gefechten zwischen ethnischen Gruppen innerhalb weniger Tage mindestens 117 Menschen getötet worden. Eine vorläufige Untersuchung habe ergeben, dass innerhalb von vier Tagen Mitte Juni mehrere Massaker in der Provinz Ituri stattgefunden hätten, teilte das UN-Menschenrechtsbüro am Freitag mit. Einige der Opfer seien geköpft worden und Häuser seien geplündert und niedergebrannt worden.

Die Grausamkeit der Angriffe deute darauf hin, dass die Täter versucht hatten, die Überlebenden von einer Rückkehr in ihre Dörfer abzuhalten.

Hema vs. Lendu

Die meisten Opfer gehören demnach der Bevölkerungsgruppe der Hema an, die Angreifer sind Berichten zufolge vom Volk der Lendu. Zwischen den beiden Gruppen in der Provinz Ituri im Nordosten des Kongo gab es in der Vergangenheit immer wieder Konflikte, die jüngst wieder entflammt waren. Innerhalb weniger Wochen wurden 300 000 Menschen vertrieben, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) jüngst berichtete. Viele flohen in Orte oder Städte der Provinz, andere über den Albertsee nach Uganda.

Die Lage ist besonders gefährlich, weil es in der Provinz schon zahlreiche Fälle der hochansteckenden Viruskrankheit Ebola gegeben hat. Seit Beginn des Ausbruchs vor knapp einem Jahr sind im Osten des Kongos fast 2300 Menschen an Ebola erkrankt und fast 1550 gestorben. Außerdem gebe es in der Region einen sich schnell ausbreitenden Masernausbruch, warnte Moussa Ousman, der Leiter von Ärzte ohne Grenzen im Kongo. Die Kombination aus Massenvertreibungen und Krankheiten schaffe "eine beispiellose Krise".

(an/dpa)

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