EPA-EFE

Über 60 Tote bei Anschlag in Moschee in Nangarhar

18.10.2019 16:12 Uhr

Bei einem Anschlag in einer Moschee in der ostafghanischen Provinz Nangarhar sind mindestens 62 Menschen getötet worden. Das sagte der Sprecher des Provinzgouverneurs, Attaullah Chogiani, am Freitag. 33 weitere Gläubige wurden bei dem Anschlag während des Freitagsgebets in der Dorfmoschee von Dschau Dara verletzt.

Dem Sprecher des Provinzgouverneurs zufolge detonierten während des Gebets mehrere Sprengsätze, die in der Moschee versteckt waren. Zu dem Zeitpunkt hätten sich etwa 350 Menschen in der Moschee aufgehalten, sagte der Dorfbewohner Omar Ghorsang der Nachrichtenagentur AFP. Die Wucht der Detonation brachte nach Angaben eines weiteren Bewohners das Dach des Gotteshauses zum Einsturz.

Nicht die Taliban?

Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand, doch wurde sie von den radikalislamischen Taliban verurteilt. Sie machten Regierungskräfte oder die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) für sie verantwortlich. Die Provinz Nangarhar liegt an der Grenze zu Pakistan, und sowohl die Taliban als auch auch die mit ihnen rivalisierende Dschihadistenmiliz Islamischer Staat sind dort aktiv.

In Afghanistan hat die Gewalt gegen Zivilisten in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Die Vereinten Nationen sprachen erst am Donnerstag von einer "noch nie dagewesenen Dimension" der Gewalt in diesem Sommer. Demnach wurden von Juli bis Ende September 1174 Zivilisten getötet und 3139 weitere verletzt. Dies entspreche einem Anstieg um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die UNO machte vor allem "regierungsfeindliche Elemente" wie die Taliban für die Zunahme der Gewalt verantwortlich.

(ce/dpa(afp)

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