epa/Roman Pilipey

Ölmarkt steht vor Überangebot

12.9.2019 12:32 Uhr

Kommt auf den Ölmarkt ein gigantischer Angebotsüberschuss zu? Dies fürchtet zumindest die Internationale Energie-Agentur (IAE). Infolge einer stark steigenden Produktion außerhalb der Opec-Staaten werde die Nachfrage nach Rohöl des Ölkartells deutlich zurückgehen, teilte die IEA am Donnerstag in Paris mit.

Konkret werde die Nachfrage nach Opec-Öl im ersten Halbjahr 2020 1,4 Millionen Barrel je Tag unter der Produktion der Opec-Länder im August liegen.

Steigende Förderung außerhalb der Opec

Die steigende Produktion gehe vor allem auf Länder außerhalb der Opec zurück, darunter die USA. Dies werde dazu führen, dass sich die in den vergangenen Monaten rückläufigen Lagerbestände wieder auffüllten. Insbesondere in den USA ist die Ölförderung in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Dies ist eine Folge des dortigen Schieferölbooms.

Die Analyse der IEA setzt nicht nur das Ölkartell Opec unter Druck, sondern auch mit ihm verbündete Staaten wie Russland. Gemeinsam bilden sie die Vereinigung "Opec+". Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die Weltmarktpreise für Erdöl mit einer knappen Förderung hoch zu halten.

Die Staaten der "Opec+" müssten sich auf eine steigende Produktion außerhalb ihres Gebiets einstellen, warnte die IEA. Der damit einhergehende Angebotsüberhang dürfte Druck auf die Rohölpreise ausüben, prognostiziert die Agentur.

Bislang hat die "Opec+" keine zusätzliche Produktionskürzung signalisiert. Dies könnte aber notwendig werden, falls die Prognose der IEA eintritt und die Rohölpreise wieder fallen.

(an/dpa)

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