Hürriyet

Öcalan forder Ende der Hungerstreiks

26.5.2019 13:16 Uhr

In einer verlesenen Erklärung des Gründers der verbotenen PKK, Abdullah Öcalan, forderte er ein Ende der Hungerstreiks kurdischer Gefangener in den Gefängnissen.

"Ich erwarte, dass die Aktion beendet wird", hieß es in einer Erklärung Öcalans, die am Sonntag von seiner Anwältin Nevroz Uysal verlesen wurde. Nach der Aufhebung seines Besuchsverbots solle der Hungerstreik abgebrochen werden, das "Ziel" der Protestaktion sei erreicht. Der Mitbegründer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hatte im Mai erstmals seit acht Jahren zwei Mal Besuch von seinen Anwälten erhalten. Uysal und ihr Kollege Rezan Sarica besuchten ihn zuletzt am Mittwoch auf der Gefängnisinsel Imrali. Öcalan sitzt seit seiner Festnahme 1999 auf der Insel im Marmara-Meer in Haft. Seit 2011 konnte er keinen Besuch seiner Anwälte mehr erhalten. Aus Protest gegen die Isolation des PKK-Gründers trat Anfang November die Abgeordnete Leyla Güven von der prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP) in den Hungerstreik. Nach Angaben der HDP schlossen sich ihr rund 3000 kurdische Häftlinge an.

Türkische Regierung erlaubt Besuche

Als Zugeständnis an die Hungerstreikenden hatte die türkische Regierung im Januar Öcalans Bruder erstmals seit 2016 einen Besuch im Gefängnis erlaubt. Am 2. Mai durften dann erstmals wieder zwei Anwälte zu ihm nach Imrali. In einer über seine Anwälte übermittelten Botschaft hatte Öcalan anschließend die hungerstreikenden Häftlinge aufgefordert, nicht ihr Leben aufs Spiel zu setzen. In der vergangenen Woche hatte die türkische Regierung das Besuchsverbot für Öcalan dann aufgehoben. Die PKK hatte 1984 im Südosten der Türkei den bewaffneten Kampf für einen unabhängigen Kurdenstaat aufgenommen. Seitdem wurden in dem Konflikt mehr als 40.000 Menschen getötet. Die Türkei und ihre westlichen Verbündeten betrachten die PKK als Terrororganisation. Seit dem Zusammenbruch von Friedensverhandlungen im Sommer 2015 ist der Konflikt wieder voll entflammt. Die Aufhebung des Besuchsverbots nährte zuletzt die Hoffnung auf neue Gespräche.

(be/afp)

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