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Äthiopiens Ministerpräsident erhält Hessischen Friedenspreis

27.8.2019 22:02 Uhr

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed wird mit dem Hessischen Friedenspreis ausgezeichnet. Der Regierungschef werde für seine herausragende Leistung bei dem historischen Friedensschluss mit dem Nachbarstaat Eritrea geehrt, teilten Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) und das Kuratorium am Dienstag in Wiesbaden mit.

Der Versöhnungsprozess berge Chancen für die Gesellschaften beider Staaten und die Region Ostafrika. Diese bedeutenden Entwicklungen und die daraus entstehenden Chancen für eine friedliche Zukunft seien es wert, ausgezeichnet zu werden, hieß es. Der Preis soll am 23. September an den Regierungschef von Äthiopien verliehen werden.

Frieden mit Eritrea geschlossen

Der junge Regierungschef hatte im vergangenen Jahr, nur wenige Monate nach Amtsantritt, ganz plötzlich mit Eritrea Frieden geschlossen. Die beiden Staaten waren seit einem blutigen Grenzkonflikt 1998-2000 verfeindet. Zum ersten Mal trafen sich die Staats- und Regierungschefs der Länder wieder, Botschaften wurden eröffnet und die Grenze wurde zeitweise geöffnet. Allerdings hat sich darüber hinaus bislang wenig getan: Der größte Streitpunkt, der Verlauf der Grenze, ist noch nicht geklärt, zudem gibt es keine Abkommen etwa zum Handel oder zur Einwanderung. Auch sind die meisten Grenzübergänge wieder zu. Zudem hat sich bislang in Eritrea an der repressiven Staatsführung und den Menschenrechtsverletzungen nichts geändert.

Der mit 25 000 Euro dotierte Friedenspreis war 1993 vom ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald (SPD) ins Leben gerufen worden. Es werden jährlich Menschen geehrt, die sich um Völkerverständigung und Frieden verdient gemacht haben.

(an/dpa)

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