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Ärzte ohne Grenzen fürchten Verletzte

28.3.2019 22:36 Uhr

Für eine bessere medizinische Versorgung im Gaza-Streifen haben die Ärzte ohne Grenzen plädiert. Grund sind die erwarteten Proteste und die damit wahrscheinlich verbundenen Verletzten an der Grenze zu Israel.

Am Samstag jährt sich der Beginn der Proteste, bei denen seit dem vergangenen Jahr mehr als 260 Menschen getötet und Tausende verletzt wurden. "Die meisten Betroffenen wurden durch Schüsse an den Beinen getroffen und haben nun komplexe Verletzungen, die eine umfassende Behandlung erforderlich machen", hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Bei den Protesten kommt es oft zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten.

Die Organisatoren der Massenproteste haben für Samstag zum "Eine-Million-Marsch" aufgerufen. Die israelische Armee bereitet sich nach eigenen Angaben auf "eine mögliche Eskalation im Falle von gewaltsamen Vorfällen und Terror" vor, wie es auf Twitter hieß. Unter anderem seien drei Infanteriebrigaden und eine Artillerieeinheit zur Verstärkung in den Süden beordert worden.

Seit 2018 Demonstrationen gegen Israel

Ärzte ohne Grenzen hat nach eigenen Angaben sein Engagement im Gazastreifen seit Anfang 2018 deutlich ausgebaut. "Der Bedarf an medizinischer Hilfe ist jedoch größer als das, was die Teams (...) vor Ort leisten können", hieß es. Verantwortliche auf palästinensischer und israelischer Seite müssten die Lage der Menschen im Gazastreifen verbessern.

Seit 30. März 2018 versammeln sich vor allem freitags Tausende Palästinenser am Grenzzaun zu Israel. Sie fordern unter anderem ein Ende der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Blockade des Palästinensergebiets am Mittelmeer. Außerdem verlangen sie ein Recht auf eine Rückkehr in Gebiete, die heute zu Israel gehören.

Am Samstag ist zudem der "Tag des Bodens". Dabei gedenken Palästinenser - auch in Israel - stets massiver Landenteignungen und sechs israelischer Araber, die am 30. März 1976 in dem Ort Sachnin von der israelischen Polizei getötet wurden. Sie hatten gegen die Beschlagnahmung arabischen Bodens protestiert.

(an/dpa)