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Ärger über Vordringen eines türkischen Militärkonvois im Nordwesten

19.8.2019 20:18 Uhr

Die syrische Führung hat sich über das Vordringen eines türkischen Militärkonvois im Nordwesten Syriens verärgert gezeigt. Die türkische Kolonne sei "mit Munition beladen" auf dem Weg nach Chan Scheichun in der Provinz Idlib, kritisierte am Montag ein Vertreter des Außenministeriums in Damaskus, der von der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zitiert wurde. Dies belege "ein weiteres Mal" die "Unterstützung terroristischer Gruppen" durch die Türkei.

Der Konvoi befand sich am Montag bei Maaret al-Numan, rund 15 Kilometer nördlich von Chan Scheichun. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP zählte rund 50 Militärfahrzeuge, darunter Truppentransporter und mindestens fünf Panzer. Nach Informationen der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte versuchten syrische und russische Militärjets, mit Luftangriffen die Weiterfahrt des Militärkonvois zu verhindern. Bei einem Angriff auf ein Vorauskommando aufständischer syrischer Einheiten sei ein Mitglied der Gruppierung Failak al-Scham getötet worden, hieß es in einer Erklärung der Beobachtungsstelle.Regierungstreue syrische Truppen waren am Sonntag erstmals seit fünf Jahren in die Stadt Chan Scheichun eingedrungen.

Straße Damaskus nach Aleppo

Chan Scheichun liegt an einer Hauptverkehrsstraße in der von Dschihadisten kontrollierten Region. Sie verbindet die Hauptstadt Damaskus mit der Stadt Aleppo, die seit 2016 wieder unter Regierungskontrolle ist.In Chan Scheichun sei am Montag weiter gekämpft worden, erklärte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

Dabei standen sich regierungstreue Truppen einerseits und Dschihadisten sowie andere Rebellengruppen andererseits gegenüber. Die Beobachtungsstelle verfügt über ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.In Idlib und angrenzenden Regionen gilt seit vergangenem September eigentlich eine Waffenruhe. Die Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad und ihr Verbündeter Russland gehen seit Ende April aber wieder verstärkt gegen die Rebellen und Dschihadisten vor. Dabei wurden laut Beobachtungsstelle bereits mehr als 860 Zivilisten getötet. Etwa 400.000 Menschen wurden nach UN-Angaben durch die Kämpfe vertrieben.

(afp)

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