afp

Ägyptens Präsident al-Sisi eröffnet neue Kathedrale

6.1.2019 23:52 Uhr

Erst gestern war bei der Explosion eines Sprengsatzes bei einer Kirche in Kairo ein Polizist getötet worden. Trotzdem weihte Präsiden al-Sisi am Sonntag unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen eine neue Kathedrale ein.

"Wir sind eins, und werden das auch weiterhin sein", sagte al-Sisi bei der Eröffnung der Kirche an der Seite des koptischen Popen Tawadros II. Der oberste muslimische Geistliche des Landes, Ahmed al-Tajeb betonte, das islamische Recht verlange von Muslimen nicht nur, Moscheen zu beschützen, sondern auch Kirchen.

Die Zeremonie in der Christi-Geburt-Kathedrale am Vorabend des koptischen Weihnachtsfestes in der künftigen Verwaltungshauptstadt des Landes 45 Kilometer östlich von Kairo war wegen des vorangegangenen Anschlags von einem hohen Sicherheitsaufgebot begleitet. Besucher mussten am Zugang des Gotteshauses drei Sicherheitsschleusen mit Metalldetektoren passieren, an der Zufahrt zur künftigen Verwaltungshauptstadt waren Panzer postiert.

Polizist starb bei Bombenentschärfung

Der bei der Explosion am Samstag getötete Polizist hatte nach Angaben der Sicherheitsbehörden versucht, eine in einer Tasche versteckte Bombe zu entschärfen. Zwei Polizisten wurden verletzt. Trotz des Vorfalls hielten die Behörden an der Einweihung der Kathedrale fest, die nach ägyptischen Angaben die größte im Nahen Osten ist. Präsident al-Sisi sollte am Sonntag zudem auch eine Moschee in der neuen Verwaltungshauptstadt des Landes einweihen. Die christliche Minderheit der Kopten, die am Montag Weihnachten feiert, ist in Ägypten immer wieder Ziel von Angriffen. Al-Sisi präsentiert sich gerne als Beschützer der ägyptischen Christen. Beobachter und Aktivisten werfen der Regierung jedoch vor, die Kopten nach wie vor zu diskriminieren und nicht ausreichend gegen Islamisten zu verteidigen. Die Kopten stellen rund zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung.

(be/afp)