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Ägypten: Cyberangriffe auf Journalisten

6.3.2019 20:18 Uhr

Ägypten soll Cyberangriffe auf mehrere Menschenrechtsaktivisten und Journalisten verübt haben, das behauptet zumindes Amnesty International. Diese hätten im Januar verdächtige E-Mails bekommen, damit die Angreifer Zugriff auf deren Konten erhalten, teilte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch mit.

Besonders viele Angriffe habe es etwa am 25. Januar gegeben, dem achten Jahrestag des Aufstands gegen Langzeitherrscher Hosni Mubarak im Jahr 2011.

Immer stärkere Beschneidung der Meinungsfreiheit

Es handele sich um eine Kampagne, um Regierungskritiker zum Schweigen zu bringen, erklärte Amnesty weiter. Präsident Abdel Fattah al-Sisi gehe Tag für Tag härter gegen die Meinungsfreiheit vor. In Ägypten sitzen Tausende vermeintliche Gegner und Kritiker der Regierung in Haft. Al-Sisi rechtfertigt seine harte Politik mit der Terrorgefahr.

Der Grünen-Abgeordnete Kai Gehring erklärte, Ägypten werde immer mehr zu einem Problemfall, statt ein viel beschworener Stabilitätsanker zu sein. Die Bundesregierung sei offensichtlich mit ihrem Kurs gescheitert, den Autokraten Al-Sisi zu hofieren.

(an/dpa)