imago/Hollandse Hoogte

Amsterdam: Keine Führungen durchs Rotlicht-Viertel nach 19 Uhr

22.3.2019 16:05 Uhr

Jeder, der einmal in Amsterdam war, kennt auch "De Wallen" oder "De Walletjes". Das Viertel ist eines der ersten Viertel weltweit überhaupt, in denen Sexarbeit legalisiert war. Darum ist es auch Touristen-Magnet. Doch das hat nun ein Ende. Die Stadt verbietet Führungen nach 19 Uhr, da Sexarbeiterinnen keine Touristenattraktion darstellen und mit Respekt behandelt werden sollen.

Im ältesten Teil der niederländischen Hauptstadt liegen die sogenannten Wallen, dort sitzen seit Jahrhunderten Prostituierte in rot erleuchteten Fenstern und bieten ihre Dienste an. Durch die große Zahl von Touristen sind die schmalen Gassen vor allem nachts und an den Wochenenden überfüllt. Das totale Verbot soll ab dem 1. Januar 2020 gelten. Ab 1. April werden zunächst Führungen ab 19 Uhr untersagt. Führungen entlang der Fenster der Sex-Arbeiterinnen seien nicht respektvoll, sagte der stellvertretende Bürgermeister Udo Kock. "Es ist nicht mehr zeitgemäß, Sex-Arbeiter als Touristenattraktion zu behandeln."

Bewohner des Viertels und Unternehmer hatten über die Belästigungen geklagt. Mehr als 80 Prozent der Mitarbeiter von Sex-Unternehmen hatten in einer Umfrage der Stadt von negativen Folgen gesprochen. Jede Woche werden rund 1000 Gruppen durch das Viertel geführt. Im vergangenen Jahr besuchten rund 21 Millionen Touristen Amsterdam.

(ce/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.