Symbolbild: epa/Ghulamullah Habibi

Amnesty fordert weniger Gewalt in Afghanistan

24.1.2020 18:44 Uhr

Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan sollen jede Gewalt gegen Zivilisten unterlassen. Das hat nun Amnesty International gefordert. Hintergrund sind Berichte über eine angebliche Zusage der Taliban, Gewalt zu reduzieren, um ein Abkommen mit den USA zu erreichen. Für die Menschenrechtsorganisation ist das nicht ausreichend.

«Es kann kein akzeptables Maß an Gewalt geben», hieß es in einer Mitteilung vom Freitag. Die Taliban und Vertreter der US-Regierung verhandeln im Golfstaat Katar über Wege zum Frieden.

Einhaltung des Kriegsrechts

In einem Konflikt, der von Angriffen auf Zivilisten geprägt sei, sei der Begriff «Gewaltreduzierung» eine Absurdität, hieß es weiter. Die beiden Seiten müssten sich verpflichten, das Kriegsrecht einzuhalten und alle Angriffe auf Zivilisten beenden.

Bei den USA-Taliban-Gesprächen geht es vor allem um einen Zeitplan des Abzugs der internationalen Truppen sowie um die Forderung der USA nach Garantien, dass von Afghanistan aus keine Terroranschläge mehr geplant werden. Sie sollen in innerafghanische Friedensgespräche münden. Ursprünglich hatten die USA zudem einen umfangreichen Waffenstillstand gefordert.

Davon war man zuletzt aber offensichtlich abgerückt. US-Präsident Donald Trump sprach am Mittwoch am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos von einer «signifikanten und dauerhaften Reduzierung der Gewalt durch die Taliban», die Verhandlungen über die Zukunft Afghanistans ermöglichen würden.

Wie genau diese Reduzierung der Gewalt aussehen könnte, ist unklar. Beobachtern zufolge könnte diese eine Einstellung von Angriffen in größeren Städten sowie auf wichtigen Überlandstraßen bedeuten. UN-Angaben zufolge sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 100 000 Zivilisten in dem Konflikt getötet oder verletzt worden.

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.