dpa

Amnesty: Über 200 Tote bei landesweiten Protesten im Iran

3.12.2019 10:16 Uhr

Nach Spritpreiserhöhungen Mitte November strömten die Iraner im ganzen Land auf die Straßen. Was darauf folgte, war laut Amnesty ein "Amoklauf der iranischen Sicherheitskräfte". 208 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Nach offiziell unbestätigten Angaben gab es zudem mehr als 1000 Festnahmen - unter ihnen 180 "Rädelsführer", denen die Todesstrafe droht. Mit einer zeitweisen Internetblockade sorgte Teheran dafür, dass kaum Informationen, Bilder und Videos der Proteste verbreitet werden konnten.

"Diese alarmierende Zahl von Toten ist weiterer Beweis für einen schreckliche Amoklauf der iranischen Sicherheitskräfte", heißt es in dem am Montagabend veröffentlichten Amnesty-Bericht. Die iranischen Behörden zeigten mit dieser Opferzahl ihre "schamlose Missachtung menschlichen Lebens", wurde Amnestys Regionaldirektor Philip Luther zitiert.

Verantwortliche für das "blutige Vorgehen" bestrafen

Der Amnesty-Vertreter forderte, die Verantwortlichen für dieses "blutige Vorgehen" gegen Demonstranten zur Verantwortung zu bringen. Dazu wurde die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung aufgerufen, da der Iran schon früher keine Bereitschaft zu unabhängigen und unparteiischen Untersuchungen von Gewalt gegen Demonstranten gezeigt habe.

(be/dpa)

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