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Allgäuer Bürgermeisterin wegen Reichsbürger-Vorwürfen zurückgetreten

2.2.2019 13:32 Uhr

Im Februar 2017 tauchten die ersten Hinweise auf, dass die Bürgermeisterin von Bolsterlang, Monika Zeller, mit den Reichsbürgern liebäugeln könnte. Sie selbst verneinte jeden Vorwurf in diese Richtung. Nun hat die Bürgermeisterin selbst den Schlussstrich gezogen und ist von ihrem Amt zurückgetreten - wie zuvor schon vier Gemeinderäte, die ihren Rücktritt umgehend nach Bekanntwerden der Reichsbürger-Affäre einreichten.

Nach Vorwürfen einer Nähe zur "Reichsbürger"-Bewegung ist die Allgäuer Bürgermeisterin Monika Zeller zurückgetreten. Sie habe den Kreisverband Oberallgäu der Freien Wähler am Freitag über den Schritt informiert, sagte der Erste Vorsitzende Hugo Wirthensohn am Samstag. Zeller sitzt für die Freien Wähler auch im Kreistag. Sie selbst hatte ihren Rücktritt in einem Schreiben erklärt, aus dem mehrere Medien zitierten. Zeller war am Samstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Sind die Vorwürfe wirklich "horrender Blödsinn"?

Sogenannte Reichsbürger lehnen die Bundesrepublik als Staat ab. Die Landesanwaltschaft hatte die Bürgermeisterin der 1000-Einwohner-Gemeinde Bolsterlang im Juni 2018 vorläufig suspendiert, weil sie mit der "Reichsbürger"-Bewegung in Verbindung gebracht wurde. Das Verwaltungsgericht München entschied aber in der vergangenen Woche, dass Zeller ihr Amt vorläufig weiter ausüben darf. Es gebe gegenwärtig "keine ausreichenden Anhaltspunkte" für die Annahme, die Bürgermeisterin gehöre der Bewegung an und teile deren Gedankengut, hieß es.

Wirthensohn nannte die Vorwürfe "horrenden Blödsinn". Zeller habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Er fürchte, dass es immer schwieriger werde, Menschen für ehrenamtliche Aufgaben wie ein Bürgermeisteramt zu gewinnen, wenn die Gefahr bestehe, "dass man auf einmal über Nacht am Pranger steht", sagte er.

(ce/dpa)