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Alice Weidel keilt gegen Medien aus

16.11.2018 10:27 Uhr

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel hat die Berichterstattung über teilweise für ihren Wahlkampf bestimmte AfD-Parteispenden aus dem Ausland scharf kritisiert. "Die in den Medien berichteten Sachverhalte sind in wesentlichen Punkten falsch, unvollständig und tendenziös", erklärte Weidel am Freitag in Berlin. Zu Einzelheiten, etwa um welche Medienberichte und welche Sachverhalte es sich dabei handele, wollte sich Weidel allerdings vorerst nicht äußern.

Weidel sprach weiter von einem Versuch, "mich persönlich und politisch zu diskreditieren". Gegen sie erhobene Vorwürfe "in Zusammenhang mit angeblich illegalen Parteispenden" seien ihr bisher nur aus den von ihr gescholtenen Medienberichten bekannt. "Ich weise diese Vorwürfe mit Entschiedenheit zurück", erklärte die AfD-Fraktionschefin. Diese "entbehren jeder Grundlage".

Weidel sicherte zu, sie werde "auch im Interesse meiner Partei" an der Aufklärung der betreffenden Sachverhalte mitwirken. Sie habe einen Rechtsanwalt beauftragt, eine detaillierte Stellungnahme dazu gegenüber den Behörden vorzubereiten. Im Hinblick auf "offenbar beabsichtigte Ermittlungen der Behörden" wolle sie selbst sich aber "zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu einzelnen Sachverhalten in der Öffentlichkeit äußern".

Weidel steht innerhalb und außerhalb ihrer Partei unter Druck, nachdem Parteispenden aus der Schweiz und offensichtlich auch aus den Niederlanden an den AfD-Kreisverband Bodensee bekannt wurden. Es gibt Vorwürfe, dass diese nicht ordnungsgemäß gemeldet wurden, im Fall der Schweiz sind Parteispenden aus einem Nicht-EU-Staat grundsätzlich illegal. Die Spenden, die auch von der AfD inzwischen eingeräumt werden, wurden wieder zurückgezahlt, allerdings offenbar jeweils erst nach einigen Monaten. An diesem Freitag will sich der AfD-Bundesvorstand mit der Angelegenheit befassen.

(an/afp)