imago images / Belga

Ali Babacan tritt aus AKP aus

8.7.2019 16:00 Uhr

Der ehemalige Wirtschaftsminister, Außenminister, stellvertretender Premierminister, Koordinator für den türkischen EU-Beitritt und Gründungsmitglied der AKP, Ali Babacan, ist aus der Regierungspartei ausgetreten. Dies heizt die Gerüchte über die Gründung einer neuen Partei an.

Wie zahlreiche Medien melden, hat Babacan seinen Austritt per Brief mitgeteilt. In diesem stehe unter anderem, dass es "unumgänglich geworden sei, neue Anstrengungen für Gegenwart und Zukunft der Türkei zu unternehmen". Es gehe auch darum, den Ruf der Türkei zu verbessern. "Menschenrechte, Freiheiten, eine fortschrittliche Demokratie und Rechtshoheit sind unsere unerlässlichen Grundsätze", soll Babacan in seinem Schreiben mitgeteilt haben.

In den letzten Monaten gab es immer wieder Gerüchte, dass Babacan gemeinsam mit anderen ehemaligen Regierungsmitgliedern – wie beispielsweise dem ehemaligen Premierminister und Präsidenten Abdullah Gül – eine neue Partei gründen wollen würde. Dies habe zum einen mit der wirtschaftlichen Lage, aber auch mit der wachsenden Unzufriedenheit mit dem neuen Präsidialsystem zu tun.

Wer ist Ali Babacan?

Ali Babacan wurde 1967 in Ankara geboren und schloss sein Studium an der Technischen Universität des Nahen Ostens (Ortadogu Teknik Üniversitesi) mit dem Bachelor ab. Seinen Master machte er an der Northwestern University in Illinois. Er ist eines der Gründungsmitglieder der Adalet ve Kalkinma Partisi (AKP), oder "Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung".

Er war von 2002 bis 2007 unter dem Kabinett Güls und dem Kabinett Erdogans Wirtschaftsminister, bevor er Außenminister und Vize-Ministerpräsident wurde. Er war bis 2009 auch einer der Koordinatoren für die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der Europäischen Union, bevor Egemen Bagis zum neuen Europaminister ernannt wurde.

(Hürriyet.de)