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Algerischer Verfassungsrat will Präsidentenwahl verschieben

2.6.2019 14:26 Uhr

Die Präsidentschaftswahl in Algerien ist ursprünglich für den 4. Juli angesetzt gewesen. Doch jetzt müsse diese nach Ansicht des Verfassungsrats verschoben werden.

Das Gremium wies die beiden bislang eingereichten Bewerbungen für die Nachfolge des gestürzten Staatschefs Abdelaziz Bouteflika zurück und erklärte deshalb die Organisation der Wahl bis zum 4. Juli für "unmöglich", wie das staatliche Fernsehen am Sonntag berichtete. Das Datum war bereits zuvor umstritten. Mit dem Unternehmer Abdelhakim Hamadi und dem Ingenieur Hamid Touahri haben lediglich zwei Bewerber Interesse an einer Kandidatur für das Präsidentenamt angemeldet. Um tatsächlich antreten zu können, brauchen sie die Unterstützung von 60.000 Bürgern oder 600 gewählten Amtsträgern. Mehrere Medien hatten vergangene Woche berichtet, dass die Wahl wahrscheinlich verschoben werde.

Nicht genug Unterstützung für die Bewerber?

Den Medienberichten zufolge war es unwahrscheinlich, dass es einem der beiden Bewerber gelinge, die für eine Kandidatur nötigen Unterstützer hinter sich zu versammeln. Algeriens langjähriger Präsident Abdelaziz Bouteflika hatte nach heftigen Protesten im März auf eine Kandidatur für eine fünfte Amtszeit verzichtet, die Wahl zugleich aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Schließlich beugte der 82-Jährige sich dem anhaltenden Druck der Straße und legte sein Amt nieder. Die Übergangsregierung setzte für den 4. Juli Präsidentschaftswahlen an.

(be/afp)