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Aleppo-Lorbeerseifen: von Gaziantep aus in acht Länder

15.3.2019 20:39 Uhr

Aufgrund der katastrophalen Umstände in Aleppo (Syrien), hat sich eine syrische Seifenmanufaktur in Gaziantep, einer südostanatolischen Stadt, niedergelassen. Die Seifenmeister Vadah und Ahmet Tahan tragen ihren Familienberuf nun in ihrem Atelier in Nizip der Türkei aus.

Die Seifenproduktion dauert in der Regel ein Jahr. Die berühmten Aleppo-Lorbeerseifen benötigen bestimmte klimatische Bedingungen zur Herstellung und werden mittlerweile in acht Länder exportiert, darunter Kanada, Frankreich und Japan.

Nizip, eine Kreisstadt in Gaziantep, ist ein Zentrum für die Herstellung von Olivenölseifen und bietet das richtige Klima auch für die traditionelle Produktion der Lorbeerseifen aus Aleppo. Die für die Siederei benötigten Lorbeeren wachsen auch in der Umgebung.

Seit 2015 sind die beiden syrischen Seifenmeister nun in der Türkei tätig. Mittlerweile hat ihre Seifensiederei auch Produktionsschritte der türkischen Seifenherstellung übernommen.

Jahreszeit bestimmt den Produktionsschritt

Die von Hand gefertigten Produkte bestehen überwiegend aus natürlichen Zutaten: Lorbeerblätter, Olivenöl, Wasser und Natriumhydroxid. Alles zusammen wird in Spezialkesseln aufgekocht und zum Trocknen in ausgewiesene Bereiche geschüttet.

Die gesamte Produktion orientiert sich nach der Jahreszeit. Lediglich im Winter gefriert das Olivenöl und wird schneidbar. Der Trockenvorgang fällt daher in die Wintermonate und dauert etwa zehn bis 24 Stunden.

Im Sommer und Frühling hingegen werden die Seifenblöcke manuell in Form geschnitten und gestempelt. In einem Depot werden die einzelnen Seifen für sechs bis sieben Monate aufbewahrt, bis sie sich gelb färben und gebrauchsfertig werden.

(et/Hurriyet)