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Al-Kaida-Anführer in Mali getötet

22.2.2019 18:20 Uhr

Es ist ein Schlag gegen Dschihadisten in der Sahel-Zone: Französische Einsatzkräfte haben im westafrikanischen Mali den führenden Al-Kaida-Kämpfer Jahja Abu Al Hamame sowie zehn weitere "Terroristen" getötet, so das Verteidigungsministerium heute in Paris. Der "Kopf und Finanzier" wird für zahlreiche Entführungen von Ausländern sowie einen Angriff auf eine französische Botschaft verantwortlich gemacht.

Der algerische Extremist Jahja Abu Al Hamame wurde nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums nördlich von Timbuktu von französischen Luft- und Bodenkräften getötet, als er mit einem Fahrzeugkonvoi unterwegs war. Dabei setzte das französische Militär Kampfhubschrauber und Drohnen ein.

Al Hamame leitete das "Emirat Sahara"

Al Hamame wird unter anderem für die Entführung und Tötung westlicher Staatsbürger im Norden und Westen Afrikas verantwortlich gemacht - unter anderem eines US-Bürgers im Jahr 2009. Im gleichen Jahr soll er einen Angriff auf die französische Botschaft in Mauretanien befehligt haben. Das Verteidigungsministerium nennt ihn "Kopf und Finanzier" mehrerer Angriffe.

Der Algerier leitete demnach das "Emirat Sahara" im Terrornetzwerk Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI). Zudem soll er Stellvertreter des islamistischen Tuareg-Anführers Ijad Ag Ghali gewesen sein. Noch im November war er auf einem Video an der Seite von Ag Ghali zu sehen. Sie schworen darin, "den Dschihad fortzusetzen".

Heiko Maas wird in der Region erwartet

Ab Freitag wurden Frankreichs Premier Philippe, Verteidigungsministerin Florence Parly und Außenminister Jean-Yves Le Drian in der malischen Hauptstadt Bamako erwartet. Frankreich, die ehemalige Kolonialmacht in der Sahelzone, hat in der Region im Zuge der "Operation Barkhane" etwa 4000 Soldaten stationiert.

Ab Sonntag reist auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zu einem mehrtägigen Besuch in westafrikanische Krisenstaaten. Geplant sind Stationen in Mali, Burkina Faso und Sierra Leone, wie das Auswärtige Amt mitteilte.

Deutschland und Frankreich: Gemeinsam gegen Dschihadisten

Sierra Leone sei ein Beispiel für eine nachhaltige Konfliktbewältigung dank massiver Unterstützung durch die Vereinten Nationen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Burkina Faso sehe sich "vielen Herausforderungen gegenüber", die internationale Gemeinschaft versuche dort, ein Abgleiten in den grenzüberschreitenden Sahel-Konflikt zu verhindern. In Mali wiederum engagierten sich viele regionale Akteure, die EU und die UNO für Friedenssicherung, Terrorbekämpfung und Stabilisierung.

Frankreich und Deutschland unterstützen eine gemeinsame Militäreinheit von Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad im Kampf gegen bewaffnete Dschihadisten. Dazu kommt der UN-Einsatz Minusma mit mehr als 12.000 Soldaten. An dem 2013 gestarteten Einsatz ist auch die Bundeswehr beteiligt.

(sis/afp)