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al-Baghdadis grausame Bräute kommen

7.4.2019 17:59 Uhr

Im Oktober 2015 zieht Carla Steinhauer mit ihren drei Kindern aus dem nordrhein-westfälischem Oberhausen in das Gebiet des Islamischen Staat. Als Motiv erklärte sie: "Ich fühle mich hier in Deutschland schon lange unwohl und möchte nicht, dass meine Kinder hier groß werden." In der syrischen Stadt Rakka heiratet sie einen deutschen IS-Kämpfer und bekommt von ihm ein Kind.

Im Frühjahr 2017 marschierten kurdische Milizen in Rakka ein und zwangen Clara Steinhauer zur Flucht. Bei der Flucht kam ihr achtjähriger Sohn Hamza bei einem Bombenangriff ums Leben. In ihrer angeblichen Verzweiflung bezahlte sie einen Schleuser, der sie und ihre Kinder in die türkische Stadt Gaziantep bringen sollte. Doch stattdessen wurde sie verhaftet und in ein Flüchtlingslager ins syrische Azaz gebracht. Dort sind die Bedingungen fatal. Die Kämpfe kamen immer näher, die hygienischen Zustände waren unhaltbar, berichtet die "Bild-Zeitung".

Steinhauer setzte sich mit dem Auswärtigem Amt in Verbindung. "Wir sind uns der prekären Situation, in der sie sich mit ihren Kindern befinden, bewusst", so ein Sprecher. So kam sie mit ihren Kindern erst in die Türkei und von dort nach Deutschland. Dort steht sie nun vor Gericht. Die Vorwürfe lauten auf: Schwere Kindesentziehung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Die Kinder sind zwischenzeitlich wieder bei ihrem Vater untergebracht.

Die Grausamkeiten der Jennifer W.

Auch die siebenundzwanzigjährige Jennifer W. aus Niedersachsen muss sich für ihre Taten im Namen des Islamischen Staates vor Gericht verantworten. Sie arbeitete dort bei der Sittenpolizei des IS und patrouillierte mit Kalaschnikow und Sprengstoffgürtel. Sie kontrollierte die strengen Kleidervorschriften des IS: Frauen müssen einen doppelten Schleier tragen, der die Augen verdeckt, berichtet die Zeitung "Der Westen"

Ihr Gehalt investierte die Frau zusammen mit ihrem Mann in den Kauf einer minderjährigen Sklavin und dieses Kind hielten sie schlimmer als ein Tier. Als das fünfjährige Mädchen krank wurde, band ihr Mann das Kind im Freien an und ließ es kaltherzig in der glühenden Hitze verdursten. Jennifer W. tat nicht das Geringste, um das Martyrium des Mädchens zu beenden.

Nun soll sie sich in Deutschland wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht verantworten. Vertreten wird sie von drei Anwälten. Als Nebenkläger tritt die Mutter des Mädchens auf, die von Amal Clooney, der Frau von Schauspieler George Clooney, anwaltlich vertreten wird, so die "Bild-Zeitung". Noch sei jedoch unklar, ob Frau Clooney dem Prozess beiwohnen wird.

(an/dpa)