Symbolbild: imago images/Reichwein

Aktivisten fürchten Corona-Pandemie unter Roma

9.4.2020 9:20 Uhr

In der Corona-Krise droht den ohnehin schon schwer sozial benachteiligten Roma-Völkern auf dem Westbalkan eine humanitäre Katastrophe. Davor hat nun die Gesellschaft für bedrohte Völker gewarnt. «Durch die bereits katastrophale Lage der Roma auf dem Westbalkan kann die Covid-19-Pandemie verheerende Folgen haben», hieß es in einer Mitteilung, die die Organisation am Dienstag an ihrem Sitz in Göttingen zum Welt-Roma-Tag am 8. April veröffentlichte.

«Mangelhafte Infrastruktur, beengte Verhältnisse, die soziale Distanz unmöglich machen, fehlende finanzielle Mittel und ein eingeschränkter Zugang zum Gesundheitssystem machen diese Minderheit noch anfälliger für eine Erkrankung», hieß es weiter. Die GfbV fordert dringend Hilfspakete für notleidende Roma in allen Ländern des Westbalkans. Außerdem müsse die Trinkwasser- und Stromversorgung in den Roma-Siedlungen sichergestellt werden.

Hunderttausende Roma auf dem Westbalkan

Auf dem Westbalkan - dazu gehören Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, Albanien und das Kosovo - leben mehrere Hunderttausend Roma. Sie sind häufig staatlicher und sozialer Diskriminierung ausgesetzt. Die meisten von ihnen leben in Elendssiedlungen am Rande der Städte und Dörfer.

(an/dpa)

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