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Aktivisten dementieren Giftgasangriff

23.5.2019 6:05 Uhr

Für einen angeblichen Angriff mit Giftgas im Nordwesten Syriens sehen Aktivisten keinerlei Beweise. "Wir haben keinen Beleg für einen solchen Angriff", erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Die ursprüngliche Information stammt demnach von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS).

Das US-Außenministerium hatte am Dienstag erklärt, es gebe Anzeichen, dass die Streitkräfte des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad am vergangenen Sonntag im Nordwesten des Landes Chemiewaffen eingesetzt hätten. Die Hinweise würden geprüft.

Ein Sprecher der Rettungsorganisation Weißhelme sagte, es gebe für den Einsatz von Gas bisher keine offizielle Bestätigung. Die Weißhelme selbst hätten in der fraglichen Region keine Kräfte im Einsatz. Sowohl die Menschenrechtsbeobachter als auch die in Oppositionsgebieten aktive Rettungsorganisation hatten in früheren Fällen über den Einsatz von Giftgas in Rebellengebieten berichtet.

HTS will drei mit Chlorgas bestückte Raketen abgeschossen haben

Das Mediensprachrohr der HTS-Miliz hatte am Sonntag gemeldet, Anhänger des Regimes hätten im Norden der Provinz Latakia drei mit Chlorgas bestückte Raketen abgeschossen. Verletzte habe es nicht gegeben. Genauere Details wurden nicht genannt. Syriens Regierung wies den Vorwurf zurück und erklärte, die Meldung sei frei erfunden.

Die Gesundheitsbehörde in der Nachbarprovinz Idlib teilte mit, ein Krankenhaus habe am Sonntag vier Menschen behandelt, die an der Front Giftgas ausgesetzt gewesen seien. Das medizinische Personal habe einen Geruch wahrgenommen, der Chlorgas geähnelt habe. Idlib sowie benachbarte Rebellengebiete werden von der HTS-Miliz dominiert.

(an/dpa)