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Aktiv gegen die Lebensmittelverschwendung - Fünf Tipps

21.2.2019 7:45 Uhr

Abgelaufene Eier, krumme Möhren, schrumpelige Kartoffeln - Wer soll das noch essen? Vieles von dem, das nicht mehr ganz so gut aussieht, kann dennoch problemlos verzehrt werden. Und das sollten sie auch. Denn laut Studien werden jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen - allein 55 Kilo pro Kopf und Jahr. Doch wie soll man das verhindern? Fünf Tipps, wie man vermeintlich ungenießbare Lebensmittel vor der Tonne retten kann.

Ein Mindesthaltbarkeitsdatum heißt nicht, dass man das Produkt nicht mehr verzehren kann und es sofort entsorgt werden muss. Denn Bier und Butter beispielsweise können auch danach noch weitergegessen werden. Und auch die krumme Gurke schmeckt genauso gut wie eine gerade. Verschiedene Initiativen geben Ratschläge, wie man gegen die vorherrschende Lebensmittelverschwendung vorgehen kann.

1. Checkliste der Verbraucherzentrale Hamburg

Aus schrumpeligen Kartoffeln beispielsweise lässt sich wunderbar Püree machen. Und wenn das kaltgepresste Öl flockt, stand es wohl nur zu kalt. Aber abgelaufene Eier sind doch gefährlich, oder? Nicht wirklich, denn zum Kuchen Backen sind sie noch hervorragend geeignet! Diese Anregungen stammen aus der Checkliste mit 30 Lebensmitteln, die die Verbraucherzentrale Hamburg zum Download erstellt hat. Darin wird erklärt, wann welches Produkt noch verwendet werden kann und welche Anzeichen klar für verdorbene Waren sprechen.

2. Initiative "Zu gut für die Tonne!"

Einen cleveren Umgang mit Brot hat sich die Initiative "Zu gut für die Tonne!" auf den Leib geschrieben. Das Zauberwort heißt einfrieren. Im verschlossenen Tiefkühlbeutel werden bereits geschnittene Scheiben eingefroren, die sich binnen kurzer Zeit im Toaster oder in der Mikrowelle auftauen lassen. Auch gefrorene Brötchen kann man im Ofen wieder aufbacken.

Ist absehbar, dass man den Brotlaib schnell verbraucht, ist er in einer Bäckertüte gut aufgehoben. Länger bleibt Brot im Brotkasten oder Tontopf mit Deckel frisch. In einer sauberen Kunststofftüte hält sich Brot auch - die Kruste wird dann allerdings schnell weich. Sinnvoll ist der Initiative zufolge, ganze oder halbe Brotlaibe zu kaufen. Schnittbrot schimmelt nämlich schneller.

3. Farbe bestimmt nicht die Haltbarkeit

Hitze und Zucker bestimmen, wie lange Marmelade haltbar ist: Werden die Früchte kalt püriert und gezuckert, hält die Marmelade bis zu zwei Wochen im Kühlschrank, so die Macher von "Zu gut für die Tonne". Werden die Früchte aber auf dem Herd eingekocht, lässt sich die Marmelade bis zu einem Jahr an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren. Verfärbt sich hausgemachte Marmelade nach einigen Monaten durch Lichteinfluss leicht braun oder grau, hat das Licht lediglich die natürlichen Farbstoffe zerstört. Der Geschmack sei aber noch unverändert.

4. Neue Bestimmung für umherstehende Schoko-Hasen

Die "Zu Gut für die Tonne"-Initiative hat zusammen mit der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Berlin-Brandenburg ein Rezept entwickelt, wie man aus ergrauter Schokolade neun süße Brötchen machen kann.

Dazu 200 g der Schokolade zerkleinern und in einen gut durchgekneteten Teig aus 500 g Mehl, 25 g Hefe, je 50 g Zucker und Butter, einem Ei, 150 ml Wasser, einem Teelöffel Salz und je einem Spritzer Zitronen- und Vanillearoma und 100 ml kalter Milch unterkneten. Nach einer Ruhezeit von 10 Minuten eigroße Kugeln formen und in einen 30 Grad warmen Ofen stellen. Während des 30-minütigen Gärens mehrmals mit Wasser bestreichen. Sind die Kugeln auf Brötchengröße gewachsen, aus dem Ofen nehmen und mit einem Geschirrtuch abdecken. Nochmals mit Wasser bestreichen und die Brötchen 16 Minuten bei 210 Grad backen. Anschließend mit flüssiger Butter bepinseln und mit Zucker bestreuen.

5. Nicht alles muss in den Kühlschrank

Dass Zitronen im Gemüsefach des Kühlschranks schneller schimmeln, weiß Prof. Dietlind Hanrieder. Die Expertin für Lebensmittellehre an der Hochschule Anhalt erklärt das mit der hohen Luftfeuchte im Gemüsefach. Besser seien die Früchte in einem Drahtkorb im kühlsten Raum der Wohnung aufgehoben. Ihr Tipp: "Ein Küchentuch aus Papier dazwischen gelegt, reduziert die Gefahr." Gerade Zitronen sollten nicht auf Vorrat gekauft werden, sondern immer frisch für den aktuellen Bedarf.

(sis/dpa)