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AKP ficht Bürgermeister-Wahlergebnis in Istanbul an

2.4.2019 20:13 Uhr

Es war ein denkbar knappes Rennen um die Bürgermeisterwahl in Istanbul, welches am Ende nach den vorläufigen Ergebnissen an den Kandidaten der CHP, Ekrem Imamoglu, ging. Jetzt hat allerdings die AKP innerhalb der Frist in allen 39 Bezirken gegen abgegebene Stimmen eingelegt. Vor allem drehe es sich hierbei um die für ungültig erklärten Stimmen.

Das sagte der Provinzvorsitzende der AKP, Bayram Senocak, am Dienstag nach Ablauf einer Beschwerdefrist.

Der Verlust Istanbuls wäre ein herber für die AKP, schließlich regieren sie dort seit rund 20 Jahren. Auch der heutige Präsident, Recep Tayyip Erdogan, begann seine politische Karriere 1994 als Bürgermeister der Millionen-Metropole.

Streitpunkt ungültig erklärte Stimmen

Laut Senocak stößt sich die AKP vor allem an den rund 320 000 während der Auszählung für ungültig erklärten Stimmen. Ihr Bürgermeisterkandidat, Ex-Ministerpräsident Binali Yildirim, und der derzeit führende Kandidat der CHP, Ekrem Imamoglu, liegen offiziellen Angaben zufolge nur rund 24.000 Stimmen auseinander.

Der regierungsnahe Sender CNN Türk meldete am Dienstag, die Wahlbehörde werde die endgültigen Ergebnisse erst in zehn Tagen verkünden. CHP-Kandidat Imamoglu forderte, dass die Beschwerden innerhalb einer Woche abgearbeitet sein müssten: "Wenn es länger dauert, fängt die Sache an zu stinken", warnte er.

Am Sonntag hatten Millionen Menschen in 81 Provinzen ihre Bürgermeister, Provinzräte und andere lokale Amtsinhaber bestimmt. Die AKP ging insgesamt als stärkste Partei aus der Wahl hervor, hatte aber vor allem in großen Städten massiv an Zuspruch verloren.

(be/dpa)

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