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Afghanistan: Früherer Nato-General kritisiert Abzug unter Trump

27.12.2018 23:58 Uhr

Die Reduzierung der US-Truppen um 7.000 Soldaten in Afghanistan wird oft und heftig kritisiert. Nun reiht sich auch der ehemalige Nato-General Egon Ramms in die Reihe der Kritiker ein. Nach seiner Einschätzung gefährde der Abzug die Mission am Hindukusch.

"Der Truppenabzug würde bedeuten, dass die Amerikaner wesentliche Unterstützungsleistungen für die anderen dort eingesetzten Nationen wie beispielsweise Deutschland nicht mehr leisten könnten", sagte Ramms am Donnerstag dem Sender HR Info. "Der militärische Afghanistan-Einsatz 'Resolute Support' hätte dann letztendlich keinen Sinn mehr."

Kann Deutschland noch seine Mission erfüllen?

Die 1300 Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan seien auf die Unterstützungsleistung der US-Armee angewiesen, sagte Ramms dem Sender. Bei einem Teilabzug der US-Truppen geriete die Bundeswehr in eine sehr schwierige Situation. "Die politische Führung in Deutschland muss dann eine Entscheidung treffen, ob man die Afghanistan-Mission im jetzigen Umfang beibehalten kann."

Ramms äußerte die Befürchtung, dass die islamistischen Taliban oder die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) den Teilabzug nutzen würden, um in Afghanistan Boden zu gewinnen. Trump hatte angekündigt, dass die USA rund die Hälfte ihrer 14.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen wollten. Einzelheiten sind bislang unklar.

(Foto: Uwe Remm 2. von rechts. Anm. d. Red.)

(an/dpa)

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