Symbolbild: epa/Jawad Jalali

Afghanistan: Drei Verurteilungen im Fall des ermordeten Reporters

3.1.2019 14:15 Uhr

In dem Prozess um den ermordeten afghanischen Journalisten der BBC sind in Afghanistan drei Männer von einem Sondergericht in erster Instanz verurteilt worden. Das bestätigte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Dschamschid Rassuli, am Donnerstag.

Ein Angeklagter war von dem Gericht in der Provinz Parwan zum Tode verurteilt worden, zwei weitere zu je 30 und 6 Jahren Freiheitsstrafe. Nähere Angaben über die Männer, ihre Motive oder eine mögliche Verbindung zu Terrorgruppen machte der Sprecher vorerst nicht.

Der Journalist Ahmad Schah war im April des Vorjahres in der östlichen Provinz Chost von zwei Männern auf einem Motorrad erschossen worden, als er gerade mit dem Rad nach Hause fuhr. Schah war laut BBC der fünfte Mitarbeiter, der seit Beginn des Bürgerkrieges Anfang der 1990er-Jahre in Afghanistan ums Leben kam.

Taliban bestreiten Beteiligung

Die radikalislamischen Taliban bestritten damals jegliche Beteiligung an seiner Ermordung. Am gleichen Tag kamen in der Hauptstadt Kabul bei einem Doppelanschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weitere neun Journalisten ums Leben, darunter ein Fotograf der französischen Nachrichtenagentur Agence France Presse (AFP).

Afghanistan war 2018 das Land mit der höchsten Zahl getöteter Journalisten. Insgesamt kamen laut der Internationalen Journalisten-Föderation (IFJ) 16 Reporter und Medienschaffende unter anderem bei Bombenanschlägen oder durch gezielte Tötungen ums Leben.

(an/dpa)