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Afghanistan: "Wenn erst einmal Frieden herrscht, beginnt der wahre Krieg"

13.2.2019 14:49 Uhr

Auf die Herausforderungen nach einem möglichen Friedensschluss hat nun der Vizechef der United Nations Assistance in Afghanistan (UNAMA), Toby Lanzer, hingewiesen. "Wenn erst einmal Frieden herrscht, beginnt der wahre Krieg", sagte Lanzer am Mittwoch in Kabul. Es beginne dann etwa der Kampf gegen die Armut in dem Land mit geschätzt 34 Millionen Einwohnern. 54 Prozent der Bevölkerung lebten unter der Armutsgrenze, sagte Lanzer.

Die UN schätzen, dass heute 13,5 Millionen Menschen in Afghanistan unter akuter Ernährungsunsicherheit leiden. Das bedeute, dass sie mit weniger als einer Mahlzeit pro Tag überleben, sagte Lanzer. 2018 habe man durch das World Food Programme 5,5 Millionen Menschen helfen können. Für 2019 hoffe man, mindestens 4,5 Millionen Afghanen mit Nahrungsmitteln unterstützen zu können.

Doch auch eine prognostizierte Verdoppelung der Bevölkerung in den nächsten 20 Jahren werde das Land fordern. Die Folgen des Klimawandels, der sich schon im Vorjahr etwa in Form der schwersten Dürre seit Jahren mit rund 300 000 Binnenvertriebenen zeigte, würden das Land noch härter treffen.

Bewegung im Friedensprozess

Zudem werde eine zunehmende Landflucht die Städte vor massive Probleme stellen, sagte Lanzer. Aktuell leben rund zwei Drittel der Afghanen in ländlichen Gebieten. In 15 Jahren soll dieser Anteil auf die Hälfte sinken.

Der Friedensprozess in Afghanistan ist jüngst in Bewegung gekommen: Seit Juli gab es mehrere Gesprächsrunden zwischen Vertretern der USA und hochrangigen Taliban. Diese sollen zu direkten Gesprächen der afghanischen Regierung mit den Taliban führen. Weitere USA-Taliban- Gespräche sind für Ende Februar im Golfemirat Katar geplant.

(an/dpa)

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