epa/Ghulamullah Habibi

Afghanische Regierung will 5000 Taliban-Gefangene freilassen

11.3.2020 14:45 Uhr

Die afghanische Regierung hat dem Austausch von Gefangenen mit der radikalislamischen Taliban zugestimmt. Bis zu 5000 Kämpfer der Taliban sollten bis zum gestrigen Dienstag im Tausch gegen 1000 Gefangene freigelassen werden. Dies kam zehn Tage nach dem Abkommen zwischen den USA und der Taliban. Präsident Aschraf Ghani unterzeichnete einen entsprechenden Erlass, wie Regierungssprecher Sedik Sedikki in der Nacht zu Mittwoch twitterte.

Demnach sollen in zwei Phasen 5000 Taliban-Gefangene freigelassen werden. Die Freilassung von Gefangenen war als Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche zwischen der Regierung in Kabul und den militant-islamistischen Taliban in ein Abkommen aufgenommen worden, das die USA mit den Taliban am 29. Februar unterzeichnet hatten.

Schrittweiser Rückzug der internationalen Truppen

Dieses sieht einen schrittweisen Rückzug aller internationaler Truppen aus Afghanistan vor. Im Gegenzug sollen die Taliban nach fast zwei Jahrzehnten Krieg Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung führen. Präsident Aschraf Ghani hatte aber bereits am Tag nach dem Deal gesagt, dass die Entscheidung über einen Gefangenaustausch nur seiner Regierung zustehe.

Laut der über Twitter veröffentlichten Anordnung sollen ab Samstag jeden Tag 100 Kämpfer aus dem Militärgefängnis bei Bagram freigelassen werden, vorerst 1500. Diese müssten sich verpflichten, nicht wieder am Krieg teilzunehmen. Nach Beginn der Friedensgespräche wolle man dann alle zwei Wochen weitere 500 Gefangene frei lassen, sollten die Taliban spürbar weniger Gewalt anwenden.

Die Taliban übergaben nach eigenen Angaben eine Liste an die USA und forderten die Freilassung bestimmter Gefangener, wie der Sprecher des politischen Büros der Taliban in Doha, Suhail Schahin, am Dienstag twitterte. Man wolle die Übergabe in der Wüste oder direkt in Gefängnissen machen, schrieb er weiter.

(an/dpa)

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