Symbolbild: epa/Jalil Rezayee

Afghanische Armee soll defensive Haltung aufgeben

19.3.2020 19:16 Uhr

Fast drei Wochen nach dem Abkommen zwischen den USA und den Taliban soll die afghanische Armee ihre rein defensive Haltung aufgeben. Man plane eine «aktive Defensivhaltung» einzunehmen, sagte Verteidigungsminister Asadullah Chalid in einem am Donnerstag veröffentlichten Video.

«Wir werden das Recht haben, uns von überall her zu verteidigen, wo der Feind einen Angriff auf unsere Streitkräfte plant.» Es gäbe keine Anzeichen, dass die Taliban vor den geplanten Friedensgesprächen mit der Regierung ihre Angriffe eingeschränkt hätten, so Chalid. Gleichzeitig schlug er wegen der Ausbreitung des Coronavirus einen landesweiten Waffenstillstand vor.

Schriftweiser Abzug interationaler Truppen

Am 29. Februar hatten die USA mit den militant-islamischen Taliban ein Abkommen unterzeichnet, das unter anderem einen schrittweisen Abzug internationaler Truppen vorsieht. Das Abkommen war an Auflagen wie die Aufnahme von innerafghanischen Friedensgesprächen gebunden. Die Gewalt der Taliban sei aber immer noch zu groß, schrieb der US-Sondergesandte für Aussöhnung in Afghanistan, Zalmay Khalilzad, vergangene Woche auf Twitter.

Die Nato kündigte derweil eine Unterbrechung der Truppenverlegungen nach Afghanistan an. «Um unsere derzeit gesunde Truppe zu schützen, nimmt Resolute Support die notwendigen Anpassungen vor, um die Bewegung der Truppen ins Einsatzgebiet vorübergehend zu unterbrechen», hieß es in einer Erklärung des Kommandeurs der Nato-Truppen in Afghanistan, General Austin Scott Miller. Für einige Soldaten könnte die Dauer ihrer Einsätze dadurch verlängert werden, um die Missionen nicht zu gefährden. Ihren Einsatz zum Training afghanischer Sicherheitskräfte wolle man aber aufrecht erhalten.

Etwa 1500 zivile Angestellte verschiedener Nationen, die innerhalb der letzten Woche angereist waren, befänden sich als Vorsichtsmaßnahme in Einrichtungen zur Untersuchung. Verdachtsfälle mit Symptomen auf Covid-19 seien in Isolation.

(an/dpa)

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