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AfD-Kritikerin wird im Minutentakt beschimpft und bedroht

24.1.2019 16:43 Uhr

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, kritisierte in ihrer Rede im bayerischen Landtag am Mittwoch mit scharfen Worten die AfD. Bei der Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus haben einige AfD-Abgeordnete aus Protest das Plenum verlassen. Nach diesem Eklat erhalte sie nun unentwegt Drohungen und Beschimpfungen.

Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, ist seit ihrer Auseinandersetzung mit der AfD im bayerischen Landtag nach eigenen Angaben Ziel massiver Bedrohungen. "Seitdem erreichen mich beinahe im Minutentakt wüste Beschimpfungen, Drohungen und Beleidigungen per E-Mail und Telefon", sagte Knobloch der "Augsburger Allgemeinen".

Eine Selbstinszenierung der AfD

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München hatte die AfD am Mittwoch bei einem Gedenkakt für die Opfer des Nationalsozialismus des bayerischen Landtags als verfassungsfeindlich kritisiert. Daraufhin verließ der Großteil der AfD-Fraktion noch während Knoblochs Rede unter Protest den Plenarsaal. Im Anschluss an diesen Eklat griff die AfD-Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner Knobloch auch noch persönlich an und warf dieser eine "respektlose Behandlung" der AfD vor.

"Die Gefahr, die von der Partei und ihren Anhängern für unsere freiheitliche Demokratie ausgeht, wird so überdeutlich und zeigt nur noch mehr, dass die Demokraten in unserem Land gegen sie zusammenstehen müssen", sagte Knobloch der "Augsburger Allgemeinen". "Dass die AfD auch den bayerischen Landtag für eine Selbstinszenierung nutzen würde, wusste ich", fügte sie hinzu. "Den Eklat hatte ich in dieser Form dennoch nicht erwartet."

(sis/afp)