DHA

Ärzte in der Türkei kämpfen unter harten Bedingungen gegen Covid-19

9.4.2020 17:44 Uhr

Ärzte, die an der Spitze der Schlacht gegen die tödliche Pandemie durch das Coronavirus kämpfen, arbeiten unter Anstrengung und harten Bedingungen daran, das Leben vieler Menschen zu retten. Nach den neuesten offiziellen Daten hat die Zahl der offiziellen bestätigten Fälle mit Covid-19 die Marke von 42.000 überschritten, während die Zahl der Todesopfer im ganzen Land auf über 900 gestiegen sein sollen, wobei Istanbul der Infektions-Hotspot mit rund 60 Prozent aller Fälle ist.

"Tatsächlich haben wir die Dauer unserer Schichten verkürzt, als wir feststellten, dass das Infektionsrisiko für medizinisches Personal umso höher ist, je länger sie in anderen Ländern arbeiten", sagte ein niedergelassener Arzt , der auf der Intensivstation im Istanbuler Cerrahpasa Krankenhaus seinen Dienst versieht. "Deshalb arbeiten wir bis zu 12 bis 16 Stunden in einer Schicht und machen dann weitere 24 bis 36 Stunden Pause."

Nur alle drei bis vier Stunden Sauerstoff tanken

Der Intensivarzt beschreibt auch das herausfordernde Umfeld und die Schwierigkeiten, mit denen sie jeden Tag konfrontiert sind, wenn das Gesundheitspersonal in die Krankenhäuser kommt, um die Arbeit zu beginnen. "Zuerst ziehen wir unsere Schutzkleidung und andere Spezialausrüstung an, bevor wir die Schicht von unseren Kollegen übernehmen. Dann besuchen wir die Patienten, um zu sehen, wie es ihnen geht und wie ihr Zustand ist. So beginnt für uns ein Tag", sagte der Arzt.

Ärzte verbringen den größten Teil des Tages auf der Intensivstation. Die Schutzausrüstungen schränken ihre Bewegung stark ein und sind keine geeigneten Outfits für den Alltag. "Rund eine Stunde nach der Übernahme der Schicht schlagen Kopfschmerzen zu. Aber Sie können die Intensivstation nicht verlassen und jedes Mal ausgehen, wenn Sie Lust dazu haben. Denn wenn Sie das tun, müssen Sie alle Ihre Kleider noch einmal wechseln. Und das ist nicht einfach möglich. Wir gehen drei oder vier Stunden nach Schichtbeginn raus, um frische Luft zu schöpfen."

Das Virus, das alles verändert hat

"Normale Behandlungen bei Atemproblemen wirken bei diesem Virus nicht. Der Krankheitsverlauf kann sich tagsüber plötzlich und stark verändern. Deshalb beobachten wir die Patienten permanent." Der größte Operationssaal des Krankenhauses wurde zu einer Intensivstation für mehr Patienten umgebaut. Unter den gegenwärtigen Bedingungen könne man sich vorerst um die Patienten kümmern, sagte der Arzt, fügte jedoch hinzu, dass die Menschen zu Hause bleiben müssen, um zu verhindern, dass die Türkei ein Infektionsbild wie Italien oder Spanien übernimmt.

"Wir haben die Beatmungsgeräte aktiviert, die im Depot des Krankenhauses nicht benutzt wurden. Aber sie könnten in Zukunft nicht ausreichen. Es sollten mehr Beatmungsgeräte geliefert oder hergestellt werden. Der Kampf gegen das Virus sollte von einem einzigen Zentrum aus koordiniert werden. Private Krankenhäuser sind noch nicht vollständig in das System integriert. Diese Krankenhäuser haben auf ihren Intensivstationen eine ganze Reihe von Beatmungsgeräten und Betten. Wir müssen in der Lage sein, diese privaten Krankenhäuser effizient zu nutzen", fügte der Arzt hinzu.

Zuletzt aktualisiert und Zahlen auf aktuellen Stand laut Gesundheitsministerium angepasst: 4/9/2020 20:27

(ce)

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