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Ärzte in der Türkei besorgt: Rückkehr zur Normalität dauert noch lange

2.7.2020 15:38 Uhr

Führende Ärzte des Cerrahpasa-Krankenhauses in Istanbul, das an die Uni-Klinik angeschlossen ist, befürchten, dass der Weg aus der Corona-Pandemie zurück in die Normalität noch lange dauern wird. Der Hauptgrund sei die Sorglosigkeit in weiten Teilen der Gesellschaft. Der größte Fehler sei im Moment die Selbstzufriedenheit, erklärten die Mediziner im Gespräch mit der "Hürriyet".

"Viele Menschen vergnügen sich in Parks und Cafés, ohne irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Das ist nicht nur unfair den Mitmenschen, sondern auch dem medizinischen Personal gegenüber. So wird die Zahl der Neuinfektionen zunehmen", sagte Seyit Ali Karagöz, der in der Notaufnahme tätig ist. Sein Kollege Serab Biberoglu fordert mehr Disziplin von den Bürgern. "Wenn neun von zehn Menschen sich an die Regeln halten, aber einer nicht, können wir keinen Erfolg haben", erklärte er.

"Dem Virus ist es egal, ob man jung oder alt ist"

Derzeit hat die Türkei 201.098 bestätigte Corona-Fälle und über 5100 Menschen starben bereits an Covid-19. Prof. Dr. Yalim Dikmen, Leiter der Intensivstation des Krankenhauses, betonte, dass die Türkei noch immer mit der ersten Welle zu kämpfen habe, aber daraus schnell ein zweite werden könne, wenn die Menschen nicht achtsamer mit der Pandemie umgehen würden.

"Dem Virus ist es egal, ob man jung oder alt ist. Es ist ansteckend und tödlich", sagte er und rief die Bevölkerung nochmals eindringlich auf, sich an die Hygienevorschriften (Tragen einer Maske, Mindestabstand) zu halten. Prof. Dr. İbrahim Ikizceli, ebenfalls leitender Arzt der Klinik, forderte sogar wieder verschärfte Corona-Maßnahmen und brachte die Lage auf den Punkt. "Wenn wir uns nicht an die Regeln halten, werden wir nie zur Normalität zurückkehren."

(bl)

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